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Tourismus
Ein Fass mit phantastischem Ausblick

Auf der Hangkante steht das Weinfass, in dem bis zu acht Personen Platz finden.
Auf der Hangkante steht das Weinfass, in dem bis zu acht Personen Platz finden. FOTO: TV / Winfried Simon
Ürzig. In Ürzig hat ein Winzer einen ganz besonderen Ruheplatz geschaffen. Von Winfried Simon
Winfried Simon

Es immer wieder ein Aha-Erlebnis. Wer vom Hunsrück oder der Eifel an die Mosel fährt, blickt, kurz bevor er das Tal erreicht, zunächst von der Höhe aus ins Flusstal. Ob bei Reil, Starkenburg/Enkirch, Kröv, Minheim, Piesport, Neumagen-Dhron und anderen Orten: Der Ausblick ist fantastisch. Auch wer von Bausendorf oder Kinderbeuern nach Ürzig fährt, genießt, bevor es auf einer kurzen Serpentinenstrecke in den Weinort geht, das Panorama. Und genau in der obersten Kurve der Ürziger Bergstraße steht seit kurzem ein großes Weinfass. Einst fasst es 5360 Liter Wein. Winzer Hans-Leo Berres, dessen Wohnhaus nur wenige Meter von dieser Stelle entfernt ist, hat das Fass zu einem Ruheplatz für Wanderer umfunktioniert.

In dem Fass finden acht Menschen, wenn sie eng zusammenrücken, Platz. In der Mitte ist ein schmaler Tisch befestigt – ideal, um darauf eine Flasche Wein und Gläser zu platzieren. Dort, im Steilhang, hat Winzer Berres auch einen 3000 Quadratmeter großen Riesling-Weinberg. Das Fass hat er in der Mosel-Sektkellerrei Otto Treis, Zell-Merl, entdeckt. Es stand viele Jahre unbenutzt im Keller und sollte irgendwann entsorgt werden. Gebaut wurde es im Jahr 1942 von der Firma Diemer und Roth in Stuttgart.

Es kostete viel Arbeit und Zeit, um das Fass zu dem Ruheplatz umzubauen. Schreiner Leo Teusch aus Wittlich-Bombogen hat es, ganz nach den Vorstellungen von Berres hergerichtet – mit Tür und Vordach.

Das offene Fass mit den zwei Bänken und Tischen ist für jedermann zugänglich. Es liegt unmittelbar am Moselklettersteig und kann von Wanderern und sonstigen Interessenten genutzt werden, sagt Berres.

Der Blick ist einzigartig. Natürlich ist auch die Hochmoselbrücke unübersehbar. Das riesige Bauwerk überspannt in etwa 500 Metern Entfernung den Fluss. Für die einen ist es ein Schandfleck, für andere eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Berres sagt: „Ich habe mir die Brücke nicht gewünscht, aber inzwischen habe ich mich mit ihr angefreundet.“

Seit Mitte August steht das Fass auf der Bergkante. Bereits am ersten Tag fanden sich dort Wanderer ein, um zu rasten und den einzigartigen Blick zu genießen.

Am Dienstag, 25. September, ist eine kleine Einweihungsfeier mit Ortsbürgermeister, Weinkönigin und Musikverein geplant.

Winzer Hans-Leo Berres in seinem Weinfass.
Winzer Hans-Leo Berres in seinem Weinfass. FOTO: TV / Winfried Simon