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Auslese
Die Alten sind im Vorteil

Winfried Simon
Winfried Simon FOTO: TV / klaus kimmling
Wann kommt die Abkühlung, wann regnet es mal wieder? Kein anderes Thema erhitzt im wahrsten Sinne des Wortes die Menschen derzeit wie die seit Wochen andauernde Hitzewelle. Und auch den Weinreben ist es mittlerweile zu heiß, vor allem fehlt ihnen Wasser. Von Winfried Simon
Winfried Simon

Dabei ist die Weinrebe sehr leidensfähig, Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanze gilt traditionell als resistent gegenüber Trockenheit. Dass sie einen Wassermangel verkraften kann, verdankt sie ihrer ausgeprägten Fähigkeit, den Boden dank eines stark entwickelten Wurzelsystems bis in tiefe Schichten zu nutzen.

Je älter ein Weinstock, desto tiefer reichen seine Wurzeln, mit denen er dann auch in trockenen Sommerperioden immer noch genug Wasser aus den Boden ziehen kann. Trockenstress haben zurzeit vor allem junge Weinberge. Die Beeren bleiben klein und werden notreif.

In Jahren wie diesen sind die Alten klar im Vorteil gegenüber den Jungen. Weine aus jahrzehntealten Reben, deren Wurzeln bis zu 20 Meter tief in den Boden ragen können, haben in der Regel auch einen dichteren, komplexeren Geschmack. „Alte Reben“ steht daher immer öfter auf Etiketten von Weinen. Das kommt gut an, das gefällt dem Verbraucher. Für die Angabe „Alte Reben“ gibt es allerdings keine gesetzlichen Vorgaben. Der Weinberg kann 100 Jahre alt sein, aber auch erst 30 Jahre. Fachleute meinen, dass Reben nach frühestens 40 Jahren einen besonderen Charakter entfalten.

Ein Wein aus „alten Reben“ kann trotzdem auch sehr dürftig schmecken. Dann, wenn der Winzer Weinbau und Kellerwirtschaft nicht im Griff hat.

Letztlich gilt wie immer: Selbst probieren, vergleichen und das kaufen, was der Geldbeutel hergibt und was einem schmeckt.