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Kriminalität
Tierquäler an der Mosel: Polizei steht weiter vor Rätsel

FOTO: TV / Klaus Kimmling
Erden. Die Erdener Pferdebesitzerin Sabine Schmitz hat Angst vor weiteren Misshandlungen ihrer Vierbeiner. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Die Betreiberin des Erdener Campingplatzes verfügt über zwei Koppeln. Auf jeder stehen zwei Pferde. Und die waren das Ziel verschiedener Übergriffe.

Die Polizeimeldung las sich furchtbar. Da ist von Schlägen, Würgen und Schnittverletzungen die Rede. Ein Pferd wurde mit Kalkbrühe übergossen und erlitt Verätzungen. Außerdem wurde diesem Tier noch Schnittverletzungen zugefügt (der TV berichtete).

Die letzte Tat ereignete sich in der Nacht vom 4. auf den 5. September. Die drei anderen Übergriffe seien im Hellen geschehen, berichtet Sabine Schmitz.

Bei der jüngsten Tat wurde auch der Zaun der Weide am Erdener Moselufer beschädigt. Die Tiere wurden herausgetrieben. Die verängstigten Pferde beschädigten in der Folge einen Weinberg. „Wir mussten sie mehrere Stunden lang suchen“, berichtet Sabine Schmitz. „Ich habe seit 30 Jahren mit Pferden zu tun“, erzählt sie. Normalerweise ständen ihre Tiere Tag und Nacht draußen. Mittlerweile kämen sie aber abends in einen gesicherten Stall.

Was könnte den Täter bewegen? Groll gegen die Tierhalterin oder Lust am Quälen? Sabine Schmitz weiß es nicht. „Ich weiß nur, dass der Täter im Kopf krank sein muss“, sagt sie.

Die Empörung bei ihren Gästen und im Ort sei groß. Vielleicht sei durch die bisherige mediale Berichterstattung eine Sensibilisierung entstanden, die weitere Taten verhindern, hofft sie. Hinweise auf den oder die Täter hat sie noch nicht bekommen.

Zuständig für die Ermittlungen ist die Polizei in Bernkastel-Kues. Dienststellenleiter Klaus Herrmann kann bisher noch keinen Erfolg vermelden. „Wir haben keinen einzigen Hinweis erhalten“, sagt er. Auch der Polizist hat keine Erklärung für solch grausame Taten. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt er.

Auf die reagiert auch die Tierrechtsorganisation Peta. Für Hinweise, die zu einer Verurteilung des oder derTäter führen, hat sie eine Belohnung von 1 000 Euro ausgesetzt. Zeugen können sich unter Telefon 01520/7373341 melden.

„Mit der Belohnung möchten wir helfen, die Tierquäler, die die Pferde misshandelt haben, zu überführen“, sagt Peta-Mitarbeiterin Judith Pein. „Die Täter müssen für ihr gewaltsames Vorgehen zur Rechenschaft gezogen werden. Wer wehrlosen Tieren so rücksichtslos Schmerzen zufügt, der schreckt möglicherweisen auch nicht vor Gewalttaten gegenüber Menschen zurück“, führt sie aus.

Peta registriert seit 2013 bundesweit Anschläge auf Pferde und stellt diese Informationen auf Wunsch den ermittelnden Behörden zur Verfügung. Im Juli fügte beispielsweise ein noch unbekannter Täter Stuten in den Hunsrückorten Sulzbach und Schauren Schnittwunden zu. Auch 2016 soll es im Hunsrück zu Misshandlungen gekommen sein.

Wer Hinweise auf den oder die Täter machen kann, sollte sich mit der Polizei in Bernkastel-Kues, Telefon 06531/95270, in Verbindung setzen.