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"Die Arbeit hat mir gefallen"

Abschlussfoto mit Minister: An der Wittlicher Landesjustizvollzugsschule haben 13 Absolventen aus ganz Rheinland-Pfalz den Lehrgang zum Justizvollzugsbeamten bestanden. Im Bild die Schüler zusammen mit dem Landesjustizminister Herbert Mertin (Mitte) und Schulleiter Michael Wilms (rechts). Foto: Miguel Castro
Abschlussfoto mit Minister: An der Wittlicher Landesjustizvollzugsschule haben 13 Absolventen aus ganz Rheinland-Pfalz den Lehrgang zum Justizvollzugsbeamten bestanden. Im Bild die Schüler zusammen mit dem Landesjustizminister Herbert Mertin (Mitte) und Schulleiter Michael Wilms (rechts). Foto: Miguel Castro
WITTLICH. (mc) Für Justizminister Herbert Mertin war es wohl einer seiner letzten Auftritte als Mainzer Regierungsmitglied: Schüler der Justizvollzugsschule Wittlich haben von ihm ihre Abschlussurkunde erhalten.

Es hätte nicht passender sein können: Der Pianist in der Aula der Wittlicher Justizvollzugsschule spielt erst den Latinoklassiker "Bésame mucho", bei dem eine Frau dem Fortgehenden um einen letzten Kuss bittet, dann legt er mit Frank Sinatras "My way" nach. Abschiedsklänge für den Minister? Der Justizchef von Rheinland-Pfalz, Herbert Mertin (FDP), zu Gast an der Wittlicher Akademie, geht demnächst von Bord, die Wahlergebnisse zwingen ihn dazu. Entspannt war die Atmosphäre im Saal, der künftige Landesfraktions-chef der Liberalen sparte nicht mit Lob. "Gut gemacht", sagte er zu einem Absolventen aus Zweibrücken. An der Wittlicher Schule feiern 17 frisch gebackene Justizvollzugsbeamte, sperrig auch "Justizvollzugsobersekretär" genannt, den erfolgreichen Abschluss ihrer zweijährigen Ausbildung. In diesem Jahr sind es erstaunlich wenige, "eine Ausnahme", sagt Schulleiter Michael Wilms: 13 aus Rheinland-Pfalz, vier aus dem Saarland. Das Alter variiert von 22 bis 36 Altersjahren. Die meisten Absolventen sind übrigens Frauen. "Mich interessiert der Reiz, mit verschiedenen Menschen und deren Problemen umzugehen", sagte eine von ihnen. Angst habe sie nicht. "Ihre Arbeit wird nicht immer einfach sein und es wird schwierige Situationen geben", sagte Mertin, der den JVA-Dienst aber "eine spannende Arbeit" nannte. Der Minister selbst nimmt am 18. Mai Abschied vom Knast: Vor dem Publikum bedankte sich der Justizchef für die langjährige Zusammenarbeit. Er habe sich bemüht, das öffentliche Bild des Strafvollzugs zu korrigieren. Tatsächlich sind in seiner Amtszeit etliche Modernisierungen von Gefängnissen und Justizbehörden vorangetrieben worden, auch die JVA Wittlich wird nun erweitert. Weiterhin sind die Gefängnisse aber überbelegt, auf 3368 Haftplätze kommen derzeit 3726 Häftlinge. Eine Bilanz seiner Arbeit wollte Mertin auf der Feier nicht zur Sprache bringen, "um die Veranstaltung nicht in die Länge zu ziehen", sagte der Minister scherzhaft. Aber er sei persönlich zufrieden und das rheinland-pfälzische Justizwesen in einem guten Zustand - trotz knapper Haushaltskassen, was der in Chile geborene Mertin mit den Worten "acumular el billete" (Geld zusammentragen) umschreibt. Sein Fazit: "Mir hat meine Arbeit immer gefallen."