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Die Einheimischen kommen ein bisschen später

Ein Plausch am Weinstand, und danach vielleicht ein Schmalzbrot. Hildegard und Josef Heidfeld gehen das erste Kröver "Hallen-Straßen-Fest" gemächlich an. Bei Jörg Weber (rechts) informieren sie sich eingehend. Foto: Ursula Schmieder
Ein Plausch am Weinstand, und danach vielleicht ein Schmalzbrot. Hildegard und Josef Heidfeld gehen das erste Kröver "Hallen-Straßen-Fest" gemächlich an. Bei Jörg Weber (rechts) informieren sie sich eingehend. Foto: Ursula Schmieder
KRÖV. (urs) Wenn die Kröver feiern, richten sie sich nicht nach dem Programm. Bei der Eröffnung des ersten "Hallen-Straßen-Festes" blieben die Gäste daher fast unter sich. Mit steigender Stimmung gesellten sich dann auch die Gastgeber dazu.

Das Wetter ist den Krövern wohlgesonnen. Zum 26. Weinlesefest trumpft die Sonne derart auf, dass es scheint, als würde die Traubenlese neuerdings schon im Juli starten. Dabei wäre das diesjährige Fest auch ohne die Sonne zurecht- gekommen. Dank der Idee des örtlichen Turnvereins, erstmals ein "Hallen-Straßen-Fest" auszurichten, hätte es sogar in Strömen regnen können. Stephan Braum, den ein Betriebsausflug zur Eröffnung geführt hat, sieht es mit Humor. "Man hätte das Wetter umbuchen müssen", kommentiert der Mann aus Gießen. Bei den Temperaturen wäre ein Straßenfest draußen schöner, bekräftigt Björn Weil. Wenig später zieht die Gruppe dann auf die Terrasse um. Eine Herrenrunde aus Osnabrück wäre auch lieber draußen. "Ich find es im Dorf selber viel schöner und gemütlicher", sagt Detlef Löffler. Auch wenn es halt vom Wetter her nicht immer passe. Willi Garbers aus der Lüneburger Heide zieht es aus einem anderen Grund zum Weinbrunnen nach draußen. Die Halle sei super, aber die Musik sei nicht so sein Geschmack. Er vermisse sein Akkordeon. Mit Ehefrau Brigitte und den Freunden Ulla und Siegfried Müller lässt er sich daher vor der Tür den Kröver Wein schmecken: "Es ist wunderschön hier." Die gleichen Worte benutzt der Düsseldorfer Bernd Giszas, der eine Woche lang Urlaubsfreuden in Kröv genießt. Er habe den Ort und das Umland nur positiv erlebt, sagt er. Weinstände sind nach Geschmacksstufen geordnet

"Wir wollten einfach mal was anderes machen", begründet Pia Schnitzius die Idee des Turnvereins. So präsentieren sich an den Weinständen nicht Weingüter, sondern die Stände halten getrennt trocken, halbtrocken, lieblich oder "Secco bis Rotwein" vor. Die Küche bietet dazu von Zwiebelkuchen und Schmalzbrot bis Shrimps und Winzerschinken eine vielfältige Auswahl. Inmitten zahlloser Lichterketten spielen zudem in der Weinbrunnenhalle Coverbands statt der ansonsten allgegenwärtigen holländischen Stimmungskapellen auf. Bei Josef und Hildegard Heidfeld kommen die Oldies von "Straight Life" gut an. Dennoch vermisst das Paar aus Ahlen etwas: "Mit Tanz fänden wir das schöner", sagen sie. Doch lange müssen sie sich nicht gedulden. Denn, so Schnitzius: "Die Kröver gehen immer ein bisschen später raus."