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Die Ferien-Familie

Sie fühlen sich längst schon als Niederkailer - zumindest als halbe Niederkailer: Hannelore und Heinz Mackowski.Foto: Petra Geisbüsch
Sie fühlen sich längst schon als Niederkailer - zumindest als halbe Niederkailer: Hannelore und Heinz Mackowski.Foto: Petra Geisbüsch
LANDSCHEID-NIEDERKAIL. Seit 25 Jahren verbringt das Ehepaar Mackowski jedes Jahr einige Wochen in Niederkail. Die Bewohner des kleinen Dorfes ersetzen ihnen in vielen Belangen längst die eigene Familie. ARRAY(0x1491a9c90)

Es gibt eine Menge Gründe, warum Hannelore und Heinz Mackowski ausgerechnet an Niederkail einen Narren gefressen haben. Seit 1979 verbringen sie ihren Urlaub dort: Anfangs noch gemeinsam mit Hannelores Vater, der nun schon lange tot ist. Rechnet man die Zeit zusammen, die die beiden gebürtigen Duisburger insgesamt schon in Niederkail verlebt haben - mehr als einen Monat in jedem Frühjahr und ebenso lange im Herbst -, kommt man auf etliche Jahre. Das rechnete Oskar Lautwein, erster Beigeordnete der Verbandsgemeinde, bei einer kleinen Feierstunde vor. Zu Ehren der treuen Gäste waren auch Ortsvorsteherin Marita Illigen und Landscheids Bürgermeister Egon Birresborn ins Hotel Lamberty gekommen, wo es neben diesem einen Anlass noch einen zweiten zum Anstoßen gab: Der Chef des Hauses feierte gerade einen runden Geburtstag. Heinz Lamberty wurde 60 Jahre alt.Zweites Zuhause in Zimmer fünf

Einer der Hauptgründe, warum sich die Mackowskis immer wieder für Niederkail entscheiden, und immer wieder für das Zimmer Nummer fünf, ist eben jene Familie, die seit Generationen das Hotel ihrer Wahl leitet. Hannelore Mackowski im herrlichsten Ruhrgebiet-Slang: "Datt würden wa zu Hause nich erleben, watt wa hier alles erlebt haben!" Gemeint sind ungezählte Aufmerksamkeiten und Freundlichkeiten, die neben der obligatorischen Arbeit in einem Hotel bei den Lambertys quasi nebenbei mitlaufen: Hochzeiten, Geburtstage und die Geburt von Theresa, der Enkeltochter der ältesten Generation Lambertys, für die die Mackowskis gute Freunde geworden sind. Auch bei weniger erfreulichen Anlässen konnte sich das Ehepaar auf die guten Seelen verlassen: Zum Beispiel bei einem Nabelbruch von Hannelore, der sie zu einer Operation im Krankenhaus zwang. "Damals wurden unsere Koffer wie selbstverständlich von den Lambertys gepackt", erinnert sich die ältere Dame. Und sie ist sich fast sicher: "Wenn mein Mann mal nicht mehr selber Auto fahren kann, glaube ich fast, sie würden uns sogar in Duisburg abholen." Jeden Wunsch lese man ihnen hier von den Augen ab, beteuern beide. Zum Empfang malt Thereschen ihnen immer bunte Bilder, und ein Foto des Mädchens steht sogar auf dem Nachttisch.50 Teerosen zur Goldenen Hochzeit

"Hätten wir mehr solcher Gäste wie Sie, was wäre das ein Schub für unsere Gemeinde", meinte Lautwein in seiner Ansprache, als er das Kreisjahrbuch an die Halbniederkailer aus dem Kohlenpott überreichte. Immerhin: Im Januar hatten Mackowskis hier sogar ihre Goldene Hochzeit gefeiert. Pfarrer Wax aus Bergweiler hielt damals die festliche Messe; aus dem Trierer Modehaus erhielt das Ehepaar einen Strauß aus 50 gelben Teerosen. "Und zwar sooo einen!", sagt Hannelore, und legt ihre Arme rund um einen riesigen imaginären Blumenstrauß. Mackowskis kennen sich mittlerweile aus in der Eifel. Kein Wunder: Im Lauf der Jahrzehnte haben sie herausgefunden, wo es den besten Kuchen in der Region gibt. Eine kleine Anekdote zeigt, wie verbunden sie mit ihrem Urlaubsziel, das ihnen zur zweiten Heimat geworden ist, inzwischen sind. Früher fuhren sie zur sonntäglichen Messe stets nach Himmerod, wo sie mit den meisten Brüdern und Patres persönlich bekannt sind. Nach der Goldenen Hochzeit bei Pastor Wax teilen sie ihre Zeit auf: Den einen Sonntag geht es nach Himmerod, den nächsten nach Bergweiler.