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"Die Region steckt voller Energie"

Landrat Roger Graef unterschreibt eine gemeinsame Erklärung der Zukunftsinitiative Eifel, die Region zur Modellregion für Klimaschutz zu machen. TV-Foto: Katharina Hammermann
Landrat Roger Graef unterschreibt eine gemeinsame Erklärung der Zukunftsinitiative Eifel, die Region zur Modellregion für Klimaschutz zu machen. TV-Foto: Katharina Hammermann
Die Eifel soll ein "Kompetenzzentrum für Klimaschutz" werden. Mit diesem Ziel haben die Teilnehmer der vierten Eifelkonferenz am Freitag in Bitburg eine gemeinsame Leitlinie unterzeichnet. Von unserer Redakteurin Katharina Hammermann

Bitburg. An fast jedem Revers prangt silbern glänzend ein Eifel-E - das Markenzeichen der Zukunftsinitiative Eifel, die am Freitag zur vierten Eifelkonferenz nach Bitburg eingeladen hat. Mehrere Hundert Menschen aus zwei Staaten, zwei Bundesländern und zehn Landkreisen sind der Einladung gefolgt, um in der neuen Stadthalle ein Problem zu besprechen, das sich ohnehin nicht alleine lösen ließe: den Klimawandel.

Doch die Vertreter aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens wollen mehr als reden. Sie haben ein Ziel: Die Eifel soll zu einem "Kompetenzzentrum für Klimaschutz" werden. Deshalb haben sie am Freitag eine gemeinsame Leitlinie unterzeichnet. Der Titel: "Klimaschutz als Motor für mehr Wettbewerbsfähigkeit". Diese Leitlinie sei eine Selbstverpflichtung, den Einsatz von erneuerbaren Energien zu fördern, so viel Energie wie möglich zu sparen und Wissen zu teilen, sagt Roger Graef, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Er fordert: "Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch müssen entkoppelt werden". Sonst brauche man schon 2050 zwei Planeten, um den Bedarf zu decken.

"Klimaschutz ist eine große Chance für die Eifel", betont auch die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad. Denn mit dezentraler Energieversorgung schaffe man Wertschöpfung in der Region und Arbeitsplätze. Die Eifel stecke voller Energie. Es gebe jetzt schon 112 Biomasse-, 3100 Photovoltaik-, 57 Erdwärme- und 420 Windkraftanlagen, davon 202 im Eifelkreis Bitburg-Prüm. "Es ist eine Freude zu sehen, dass der Kreis bei den erneuerbaren Energien zu den Top-Ten in Deutschland gehört", sagt Conrad. Allerdings gebe es auch noch einiges zu tun: Im "Repowering" von Windkraftanlagen sehe sie große Potenziale ebenso wie in einer besseren Nutzung der Biomasse-Energie.

Die nordrhein-westfälische Staatssekretärin Marion Gierden-Jülich betont ebenso wie der belgische Minister Oliver Paasch die Bedeutung des "bemerkenswerten Bündnisses", das die Zukunftsinitiative Eifel für den Klimaschutz eingegangen ist. Paasch verweist auf die Wichtigkeit des Wissens- und Technologietransfers. Dieser ist auch in der neuen Leitlinie verankert: Die Menschen vor Ort sollen sich regelmäßig mit Wissenschaftlern und Beratern austauschen, um bei der Nutzung erneuerbarer Energien oder beim Energiesparen auf dem neuesten Stand zu sein.

Schon jetzt ist die Eifel als "Bioenergieregion" ausgezeichnet. Ist das Bündnis erfolgreich, könnte sie, genau wie mit der Regionalmarke "Eifel", auch beim Klimaschutz zum Vorbild für andere Regionen werden. Extra Geld im Gepäck: Im Rahmen der Eifelkonferenz überreichte Umweltministerin Margit Conrad einen Förderbescheid über 608 160 Euro für die Realisierung eines Biomasse-Nahwärmenetzes für vier Schulen und einen Kindergarten in Prüm. Zudem erhält der Eifelkreis für das Projekt ein zinsloses Darlehen von circa 405 400 Euro. Die Gesamtinvestitionen betragen rund 1,2 Millionen Euro. (kah)