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Open Air
Und ewig lockt die Lott

Entspannte Atmosphäre: Das Lott-Festival lockt seit 1977 Jahr für Jahr mehrere Tausend Besucher an.
Entspannte Atmosphäre: Das Lott-Festival lockt seit 1977 Jahr für Jahr mehrere Tausend Besucher an. FOTO: TV / Christoph Strouvelle
Raversbeuren. Das Kultfestival bei Raversbeuren beginnt am 3. August. Veranstalter begrenzen erstmals die Besucherzahl. Von Winfried Simon
Winfried Simon

Es ist wieder soweit: Am Freitag, 3. August, beginnt die Lott, das dreitägige Open-Air-Festival in der Nähe von Raversbeuren. Von Freitag bis Sonntag treten 25 Bands und Einzelinterpreten auf und sorgen für ein hochinteressantes, abwechslungsreiches Programm.

„Lott“ – dieses einfache Wort hat bei Jugendlichen und jung gebliebenen Erwachsenen seit über 40 Jahren eine ganz besondere, fast schon legendäre Bedeutung. Die Rock/Pop Open-Air-Veranstaltung bei Raversbeuren ist Kult. Kult für 8000 bis 10 000 Besucher, die auch in diesem Jahr während der drei Tage erwartet werden. Ein harter „Kern“ von Lott-Fans kommt seit 1977 jedes Jahr (von 1989 bis 1992 fiel das Festival aus) nach Raversbeuren, einige von ihnen nehmen sogar eine weite Anreise in Kauf, um dabei zu sein. Es gibt Essensstände, ein Zeltplatz ist eingerichtet.

Los geht’s am Freitag um 16.30 Uhr wie gewohnt mit jungen Helden in Sachen Rock, den „Soliath Lake“ aus dem Raum Idar-Oberstein und Bad Kreuznach und den „Prejudged Youth“ aus Trier. Das Hauptprogramm beginnt um 18.30 Uhr mit „Kochkraft durch KMA“. Die mischen inspiriert vom Spirit der mehrdeutigen 1980er Jahre, ungehobelte Punkpower und engagierte Haltung zu Songs mit Vergnügen und Verve. Danach präsentieren „Lausch“ aus Wien ihre abwechslungsreiche Soundmixtur aus klassischem Nineties Rock, Post Rock und Progressive Rock. Aus Großbritannien kommen die „Lazy Habits“ und aus Paris „No One Is Innocent“. Musikalisch verpackt sind deren ausdrucksstarke Songs zwischen bluesig angehauchtem Hardrock, Alternative Rock, Metal und Crossover, mal mit tanzbaren und rhythmischen Elementen, mal mit Gitarrenattacken. Abgerundet wird der Abend von „Warhaus“ aus Belgien.

 Der musikalische Samstag startet bereits um 11 Uhr auf der Hangbühne mit „Hydropuls“. Jazz der härteren Gangart ist ihr Thema.

Um 13 Uhr betreten „Opal Ocean“ die Hangbühne. Aus der Musik dieses virtuosen neuseeländisch-/französischen Akustik-Gitarrenduos ist viel Flamenco und Rumba, aber auch viel Progressive-Rock rauszuhören. Auf der Hauptbühne tritt ab 14.10 Uhr „Lilly Among Clouds“ auf. Anschließend lassen „Malaka Hostel“ heiße Cumbia-Rhythmen auf knackige Rock ‘n’ Roll-Riffs treffen. Gleich danach spielen „The Silverfaces“ aus Amsterdam, gefolgt von „Pixvae“ aus Lyon.

Um 19 Uhr erwartet die Besucher „General Bastek“ im Zirkuszelt. Ihr vielschichtiger Sound kombiniert Einflüsse aus den Bereichen Rock, Folk, Avantgarde und Jazz zu einem spannenden Ganzen. Jacky Basteks einprägsamer Gesang zieht den Zuhörer dabei in seinen Bann. Um 20.10 Uhr erscheinen auf der Hauptbühne „The Cool Quest“ aus den Niederlanden. Mit elektrischen Gitarren, verrückten Rhythmen und ausdrucksstarkem Gesang entsteht ein Sound, der an klassischen HipHop, modernen Pop und leichtfüßigen Funk erinnert. Darauf folgt der Auftritt der Band „RDGLDGRN“ aus Washington DC. Danach gibt es was auf die Ohren mit dem belgischen Trio „Triggerfinger“. Den musikalischen Ausklang bringen „5K HD“. Ab 20.15 Uhr präsentiert der Kultur Raum Trier e.V. wie gewohnt im Zirkuszelt den Poetry Slam.

 Der Sonntag beginnt um 12 Uhr mit „The Odd Folk“. Ein Quintett, das auf ganz eigene Art und Weise großartige Folkmusik spielt. Weiter geht es mit New Funk. „Fatcat“ aus Freiburg bringt korpulente Beats, stramme Horns, deftige Soli und als Sahnehäubchen eine unvergleichliche Soul-Stimme. Danach betreten vier Herren aus Rotterdam die Bühne. „The Dawn Brothers“ machen souligen Rock im Stil der späten 1960er und frühen 1970er Jahre. Ein Lott-Special bringt das Festival zum Ausklang. Das „Orbit Orchester“ hat Gastmusiker eingeladen. Genreübergreifend werden Songs von Janis Joplin bis zu den Beat­steaks gecovert. Alternativ gibt es freitags und samstags Programm an der Waldbühne.

Am Samstag beginnen die Aktionen auf der Waldbühne schon um 13 Uhr mit einer Podiumsdiskussion. „Könnte sich die Region Eifel/Mosel/Hunsrück selbst und bestenfalls biologisch versorgen? Zu welchem Grad ist dies möglich und gewollt?” Ab 16 Uhr wird die Waldbühne zur „Open Stage“. Jeder der auftreten will, kann sich am Infostand melden. Der Zirkus Balu gibt wieder samstags und sonntags mehrere Vorstellungen.

Das Festivalticket kostet 45 Euro. Wer erst samstags kommt, bezahlt 30 Euro. Am Sonntag ist der Eintritt kostenlos. Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt. Hunde und Stromaggregate dürfen nicht mitgebracht werden.

Das ausführliche Programm unter www.lott-festival.de.