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Familie
Erst Schock, dann Glück hoch drei: Drillinge für Brauneberger Familie

Sie haben das Leben ihrer Eltern Doreen und Christoph Conrad auf den Kopf gestellt: Marie (links), Finn und Sophie.
Sie haben das Leben ihrer Eltern Doreen und Christoph Conrad auf den Kopf gestellt: Marie (links), Finn und Sophie. FOTO: Patricia Prechtel / TV
Brauneberg. Ein Arztbesuch hat das Leben von Familie Conrad aus Brauneberg auf den Kopf gestellt. Dort haben sie erfahren, dass sie Drillinge erwarten. Von Patricia Fee Prechtel
Patricia Fee Prechtel

Einen Tag in ihrem Leben werden Doreen und ihr Mann Christoph so schnell nicht vergessen: Und zwar den, an dem die beiden im Krankenhaus erfahren haben, dass Drillinge unterwegs sind. „Wir haben mit Zwillingen gerechnet, das war schon vorher bei einem Termin festgestellt worden“, erinnert sich die 26-jährige Doreen. „Bei der Untersuchung in der elften Woche war die Ärztin dann einen Moment ganz ruhig.“ Sie und ihr Mann hätten sich angeschaut und schon mit schlimmen Nachrichten gerechnet, erzählen sie. „Als sie meinte, es wäre noch ein Köpfchen zu sehen, waren wir erst mal geschockt“, sagt Christoph. Aber sie hätten sich schnell an den Gedanken gewöhnt. Und sind heute sehr glücklich mit ihren drei Babys.

Am 5. Mai kamen Finn, Sophie und Marie in der 34. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Die Drei das erste Mal zu sehen, habe sich unglaublich angefühlt, erinnern sie sich. Sophie und Marie sind außerdem eineiige Zwillinge. Geboren wurden die Kleinen in Trier, nach eineinhalb Wochen wurden sie dann nach Wittlich verlegt. Für das Ehepaar Conrad, das seit 2011 verheiratet ist, änderte sich von heute auf morgen alles. Mehrere Kinder auf einmal zu bekommen, bedeutet viele Anschaffungen. „Wir haben eben alles dreifach gekauft“, sagt Doreen Conrad. Drei Bettchen, drei Hochstühle, drei Babyschalen. Zwischen 15 und 20 Windeln verbrauchen sie im Schnitt am Tag. Und eine ganze Packung Milchpulver. Auch ein größeres Auto musste her. „Vorher hatte ich einen kleinen Opel Corsa, jetzt haben wir ein großes Familienauto“, sagt sie und lacht. Aber auch das reiche kaum aus.

Alltägliche Dinge werden kompliziert, wenn man sich um drei kleine Kinder kümmern muss. Einkaufen oder spazierengehen gestalten sich schon alleine deshalb schwierig, weil der Kinderwagen 1,11 Meter breit ist und 25 Kilogramm wiegt. Einkäufe zu transportieren ist damit fast unmöglich. 15 Minuten dauert es, alles für die Kleinen einzupacken und sie fertigzumachen.

„Wir bekommen viel Unterstützung, das ist toll“, erzählt das Paar. Die Schwiegereltern oder auch die Oma springen ein, wenn Not am Mann ist. Die Eltern  seien sehr dankbar für die Hilfe.

Obwohl die Freizeit eingeschränkt ist, gönnen sie sich auch Zeit für sich zu zweit. Wenn es möglich ist, gehen sie gerne ins Kino oder mit Freunden essen. Und auch in Urlaub wollen sie nächstes Jahr fliegen: Neun Tage Mallorca sind geplant. Allerdings geht auch das nur mit Unterstützung: Kinder unter zwei Jahren müssen auf dem Schoß eines Erwachsenen sitzen. Also fliegt die Mutter von Doreen Conrad mit.

Tagsüber kümmert sich Doreen, Empfangsdame und Kassiererin in Elternzeit, vorrangig um die Kinder. Wenn ihr Mann, 26, von der Arbeit kommt, wird er aber direkt mit eingespannt. Einige Wochen nach der Geburt konnte der Kfz-Mechatroniker zwei Monate zuhause bleiben und mithelfen. Das sei zur Eingewöhnung gut gewesen. Im Alltag übernimmt er viele Kleinigkeiten, um zu helfen.

Ganz wichtig: Bei den Conrads ist alles geplant. „Bei uns ist jeder Tag genau organisiert“, sagt sie. „Anders wäre das gar nicht möglich.“ Der Terminkalender ist immer dabei, alles wird eingetragen und Termine werden weit im voraus abgesprochen. Es müsse immer abgemacht werden, ob jemand auf eines der Kinder aufpassen kann, wenn sie mit einem anderen zum Beispiel zum Arzt müsse.

Während  unter der Woche alles strukturiert ist, ist sonntags Familientag. Zeit zum Spazierengehen und Entspannen.

Laut Doreen Conrad sind die Drillinge die ersten in Brauneberg. Daher ist die Familie sehr bekannt. Unterwegs beim Spazierengehen, werden sie oft angesprochen. „Wir kommen nicht wirklich weit, wenn wir rausgehen“, erzählen sie und lachen.

Viele wollten einen Blick auf die Kleinen werfen. In der Bäckerei  im Ort gibt es sogar ein Drillingsbrot. Das ist seit dem 5. Mai, einem Tag nach der Geburt, zu kaufen. Ein Euro von jedem verkauften Brot wird von der Bäckerei auf die Seite gelegt. Das Geld sollen die drei Kleinen an ihrem ersten Geburtstag bekommen.

Tipps für werdende Mehrlingseltern haben sie weniger. Nur zwei: „Immer ruhig und gelassen bleiben. Und Hilfe annehmen, die angeboten wird.“