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Droht jetzt endgültig die Schließung?

Die Wissenschaftler des Instituts für Pflanzenschutz der Biologischen Bundesanstalt in Bernkastel-Kues haben in den vergangenen wichtige Erkenntnisse für den Weinbau an der Mosel geliefert. TV-Foto: Archiv/Alexander Funk
Die Wissenschaftler des Instituts für Pflanzenschutz der Biologischen Bundesanstalt in Bernkastel-Kues haben in den vergangenen wichtige Erkenntnisse für den Weinbau an der Mosel geliefert. TV-Foto: Archiv/Alexander Funk
BERNKASTEL-KUES. Ein internes Papier aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium sorgt für große Unruhe in Bernkastel-Kues und im Weinbau der Mosel. Demnach soll der Standort Bernkastel-Kues der Biologischen Bundesanstalt (BBA) geschlossen werden. Dort sind 18 Mitarbeiter beschäftigt. ARRAY(0x21f730200)

Ist jetzt das endgültige Aus des Instituts für Pflanzenschutz der BBA in Bernkastel-Kues ("Bio") besiegelt? In einem internen Papier des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), über das der Bundestagsabgeordnete Peter Bleser gestern den TV informierte, heißt es: "In den Planungen zur Re-Organisation der Ressortforschung ist bereits vor einigen Jahren beschlossen worden, den Standort Bernkastel-Kues zu schließen. Das neue Konzept behält diese Entscheidung bei." Demnach beabsichtigt das BMELV die Aufgaben des Bernkastel-Kueser Instituts dem Institut für Pflanzenschutz im Obst- und Weinbau in Dossenheim zuzuordnen. Die Forschungsarbeiten zum Weinbau sollen überwiegend in Siebeldingen (Pfalz) wahrgenommen werden.BMELV-Sprecherin: Noch nichts entschieden

Hintergrund dieser Maßnahme ist die grundlegende Neugestaltung des Forschungsbereichs innerhalb des BMELV. Die Zahl der sieben Bundesanstalten mit ihren 71 Instituten an 35 Standorten soll in vier Anstalten mit 47 Instituten an 30 Standorten konzentriert werden. Eine Sprecherin des BMELV sagte gegenüber dem TV, dass es sich um eine internes Papier handele, die Beratungen seien noch nicht abgeschlossen. Das Konzept müsse mit den Forschungsanstalten noch diskutiert werden. Bleser hofft, dass in Bernkastel die Steillagenforschung an der Mosel erhalten bleibt. Er habe sich im Ministerium dafür eingesetzt, dass das vom Land geplante Steillagenzentrum in Bernkastel-Kues eine enge Kooperation mit der BBA eingehen sollte. Bleser sieht zumindest einen Lichtblick in dem Konzept des BMELV. Demnach könnten die Versuchsflächen der BBA vom Institut für Rebenzüchtung des Bundesforschungsinstituts genutzt werden. Gerd Knebel, Geschäftsführer des Weinbauverbands, hält die "Bio" in Bernkastel-Kues für unverzichtbar für die Mosel. Knebel: "Die Experten der BBA haben wichtige Forschungsergebnisse in Sachen Pflanzenschutz speziell für den Steillagenweinbau geliefert. Ulf Hangert, Vorsitzender des "Fördervereins für ökologischen Weinbau, Terrassen- und Steillagenanbau, Verbraucherkommunikation und Vermarktung", der für den Erhalt der "Bio" kämpft, ist ob der neuesten Entwicklung fassungslos. Er hat für Freitag dieser Woche eine Sondersitzung des Vereinsvorstands einberufen. Dirk Richter, Mitglied im Förderverein, ist nicht erfreut, dass Bleser mit dem internen Papier aus dem BMELV an die Öffentlichkeit gegangen ist. Richter: "Es wäre besser gewesen, noch einige Wochen abzuwarten, um zuvor die Gefechtslage zu sondieren." Richter befürchtet, dass mit dem Vorpreschen Blesers bereits vollendete Tatsachen geschaffen werden. Der Kampf um den Erhalt der "Bio" werde jetzt umso schwieriger. Richter weist darauf hin, dass die "Bio" in den vergangenen Jahren bereits mehrmals auf der Kippe stand, man es aber immer wieder geschafft habe, deren Existenz zumindest in der Schwebe zu halten. Richter ist von dem Einsatz Blesers für den Erhalt der BBA nicht überzeugt. Bleser habe sich "pflichtgemäß eingesetzt, aber ohne Herzblut". Richter: "Wenn jetzt in Traben-Trarbach noch das Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr geschlossen wird, hat die CDU im Wahlkreis ein Problem."