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Ein Mann der Tat geht in den Ruhestand

Norbert Burbach.TV-Foto: Manuel Lauterborn
Norbert Burbach.TV-Foto: Manuel Lauterborn
Bernkastel-Kues. Er selbst würde gerne weitermachen, aber es ist ein Gesetz, das ihn zum Rückzug zwingt: Nach 47 Jahren muss der stellvertretende Wehrleiter der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, Norbert Burbach, seinen aktiven Dienst beenden.

Bernkastel-Kues. "Norbert Burbach wollte diesen Abend nicht." Mit diesen Worten begann der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues Thomas Edringer seine Rede. "Ihm hätte auch ein Abendessen gereicht. Aber da muss er jetzt durch." Denn in diesem Fall wurde Burbachs Meinung einfach einmal in den Wind geschossen. Das war in den 47 Jahren, in denen Norbert Burbach für die Feuerwehren in der Region aktiv war wirklich nur ganz selten der Fall.
Um diese 47 Jahre zu feiern, waren rund 80 Kollegen von Feuerwehr und Polizei sowie Freunde und Familie von Norbert Burbach in die Akademie Kues gekommen.
Auch Verbandsgemeindebürgermeister Ulf Hangert war da und erinnerte sich: "1967. Das müssen Sie sich einmal überlegen, da gab es Schlagzeilen über die Tode von Benno Ohnesorg und Che Guevara, in Deutschland wurden die ersten Sendungen im Farbfernsehen übertragen - und Norbert Burbach ist in die Feuerwehr eingetreten."
Es war ein Abend voller Lob für den akribischen Maschinenbauer und Gerätehaus-Planer Burbach. Hangert sprach von einem "Mann der Tat", Edringer lobte ihn als "Mann aus der Praxis für die Praxis". Es war aber auch ein Abend voller Anekdoten: die Nacht mit Thomas Edringer in einem geteilten Ehebett in Hannover oder Beerenauslese aus Pappbechern - auch für solche Episoden war Norbert Burbach immer zu haben.
In seinen 47 Jahren Dienst hat Burbach so ziemlich alles gemacht, was man so machen kann: Truppführer, Maschinist, Kreisausbilder, Wehrführer und eben stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde. Und auch so ziemlich alle Auszeichnungen verliehen bekommen: Silberne und Goldene Feuerwehr-Ehrenkreuze und Silberne und Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen zum 25-, 35- und 45-jährigen Jubiläum, das Wichtigste war für Norbert Burbach aber immer etwas anderes: "Ich wollte einfach da helfen können, wo Bürger in Not geraten. Das war für mich der Grund in die Feuerwehr einzutreten. Und wenn man es dann noch schafft, als Führungskraft einige Dinge zu verbessern, dann macht das einen schon stolz."
Mit 63 Jahren ist nun also Schluss. Nicht weil Burbach es so will, sondern weil es das Gesetz in Rheinland-Pfalz es so vorschreibt. Als Kreisausbilder darf und will er zwar weitermachen, aber im Alter von 63 Jahren muss er aus dem aktiven Dienst der Feuerwehr ausscheiden. "Ich gehe nicht gerne, aber ich gehe", sagt Burbach und es schwingt ein wenig Wehmut mit. "Eigentlich wollte ich ja warten, bis Rheinland-Pfalz diese Altersgrenze auf 65 erhöht." Für einen wie Norbert Burbach könnte man diese Grenze schon einmal ändern. mal