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Dorfwettbewerb
Viele Tipps, viele Punkte

Der Beigeordnete Franz-Leo Kappes (Zweiter von rechts) informiert Jury und Teilnehmer der Ortsbegehung über Zeltingen-Rachtig.
Der Beigeordnete Franz-Leo Kappes (Zweiter von rechts) informiert Jury und Teilnehmer der Ortsbegehung über Zeltingen-Rachtig. FOTO: Christoph Strouvelle
Zeltingen-Rachtig. Eine Expertenkommission hat Zeltingen-Rachtig beim Dorfwettbewerb unter die Lupe genommen. Die Experten gaben wertvolle Ratschläge für die Dorfentwicklung.

(cst) Wie stellt sich Zeltingen-Rachtig dar, und wie kann die Gemeinde, die aus zwei Ortsteilen besteht weiterentwickelt werden? Antworten auf diese Fragen und Ansätze soll Kommunalpolitikern und Bevölkerung die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ bringen. Eine sechsköpfige Expertendelegation hat das 2303 Einwohner zählende Dorf im Moseltal besucht, um dessen Stand und Aktivitäten im Rahmen des Landeswettbewerbes  unter die Lupe zu nehmen.

Insgesamt zwölf Orte im ehemaligen Regierungsbezirk Trier und im Landkreis Birkenfeld stellen sich dabei der Bewertung der sechsköpfigen Jury auf Bezirksebene. Auch wenn das regnerische Wetter nicht mitspielt: Ortsbürgermeister Manfred Kappes und der Beigeordnete Franz-Leo Kappes informieren die Kommissionsmitglieder über die Qualitäten des Dorfs. Uferallee, Schorlemerhaus, der Marktplatz als Aufführungsort der Moseloperette, der Sortengarten, Kindergarten und Feuerwehr, die Rachtiger Kirche St. Marien und der Deutschherrenhof sind Stationen. Ein Film informiert zudem über die Zusammenhänge und künftige Entwicklungen im Dorf. So seien die einst getrennten Ortsteile im Laufe der Jahre durch ein verbindendes Neubaugebiet zusammengewachsen, was sich auch in den neuen Gebäuden von Kindergarten und Feuerwehrhaus widerspiegelt, betonen Ortsbürgermeister und Beigeordneter. „Es tut sich viel, und wir sind mittendrin“, sagt Beigeordneter Franz-Leo Kappes. So erwartet sich die Gemeinde durch den Hochmoselübergang stärkere Nachfrage nach Bauland und für das Gewerbegebiet. Ein Vorteil dabei sei die Infrastruktur im Dorf. „Ärzte, Apotheke – wir haben alles da“, sagt Ortsbürgermeister Manfred Kappes.

„Sie sind jetzt am Startpunkt, Dinge neu zu entwickeln“, sagt Dirk Görgen von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, Leiter der Jury. „Schauen Sie, wo Sie Schwerpunkte setzen.“ Jurymitglied Markus Kowall fragt, was das Dorf aus seinen Potenzialen macht. „Ihr seid bemüht, die Ortsteile zusammenzufügen“, sagt er. Die Kita dazwischen sei dafür ein guter Schritt. Bei der Entwicklung der Neubaugebiete sollten die Ortskerne nicht vernachlässigt werden. Zudem solle aus der „bisher stiefmütterlich behandelten“ Rosenburg mehr gemacht werden.

Melanie Baumeister regt an, neue Mitbürger über Projekte ins Dorfleben zu integrieren. „Das ist Filigranarbeit“, sagt sie. Zudem solle sich die Gemeinde Gedanken machen, welche Wohnformen sie für ältere Bürger etablieren wolle.

Architekt Matthias Sieveke hat die Bauentwicklung im Blick. Moseldörfer bestechen durch ihre Enge und die ihnen dadurch eigene Atmosphäre. „Deshalb kommen die Touristen“, sagt er. Er warnt deshalb vor dem Abriss von Gebäuden in den historischen Ortskernen mit den markanten Plätzen und Gebäuden. „Planen Sie Ihren Freiraum gut, denn der ist selten bei Ihnen“, sagt Christoph Heckel. Carsten Neß mahnt als letztes Mitglied der Kommission in seiner Einschätzung der Moselgemeinde, die Neubaugebiete in die Landschaft mit einzubinden, beispielsweise durch frei wachsende Hecken. Auch für die Mauereidechsen, für Touristen eine Attraktion, müsse man etwas tun. „Ganz toll“ sei der Sortengarten, sagt er. Neß: „Lassen Sie sich die Flora entwickeln, dann kommen auch Schmetterlinge.“