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Stadtentwicklung
Die Arbeit ist nicht mit Geld aufzurechnen 

Im Erdgeschoss dieses Hauses in der Altstadt will die Entwicklungsagentur einen Regionalladen einrichten.
Im Erdgeschoss dieses Hauses in der Altstadt will die Entwicklungsagentur einen Regionalladen einrichten. FOTO: Beckmann Clemens
Bernkastel-Kues. Die Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues hat ihren Bericht für 2017 vorgestellt. Derzeit steht die Arbeit für die Altstadt im Vordergrund.
Clemens Beckmann

Die Arbeit und der Erfolg der Entwicklungsagentur (EA) Bernkastel-Kues sind nicht in Euro auszudrücken. Eine Messlatte des 2004 gegründeten Vereins ist vielleicht, dass sein Tun in anderen Kommunen aufmerksam beobachtet wird. So gibt es beispielsweise einen Austausch mit Rothenburg ob der Tauber. Vertreter der Stadt kommen im April an die Mosel. Auch in der Nachbarstadt Traben-Trarbach stößt die Arbeit auf Interesse (siehe Infokasten).

Seit knapp einem Jahr ist auch wieder mehr Zug in der Arbeit. Da stieß Kerstin Leisen dazu. Die studierte Stadtplanerin hat die eine Zeitlang herrschende Vakanz beendet. Viel aktiver gehe es seither zu, sagt Geschäftsführerin Bianca Waters bei der Vorlage des Jahresberichts. Sie hat noch andere Aufgaben in der Stadt, ist nur zu 50 Prozent für die EA aktiv und auch keine Stadtplanerin.

Kerstin Leisen kümmert sich erst einmal vorrangig um die Bernkasteler Altstadt. 463 Hausinhaber wurden angeschrieben, die Anwesen erfasst, eine Datenbank angelegt. Ziel ist es, leerstehende Häuser neu zu nutzen (der TV berichtete). Das ist keine leichte Aufgabe, da in der Altstadt alles sehr eng ist, es kaum Platz um die Häuser und wenig Parkplätze gibt.  Hausbesitzern werden Informationsgespräche und Beratungstermine angeboten. Auch für das Gewerbe gibt es ein Leerstandsmanagement. Erfasst wird die derzeitige Nutzung von Läden. Dadurch ergibt sich auch ein Leitfaden für mögliche Interessenten und Investoren.

Zwei Zahlen dazu: Die Durchschnittsgeschäftsgröße der Läden beträgt knapp 60 Quadratmeter, die durchschnittliche Miete liegt bei 820 Euro. Persönlicher Kundenkontakt sei ein wichtiger Baustein in den Betrieben, sagen die beiden Fachfrauen.

Außerdem gebe es viele Stammkunden. Nicht zu vernachlässigen sei auch die zunehmende Zahl der Studenten der Cusanus Hochschule.

In der Altstadt mit ihren Fachwerkbauten gelten besondere Satzungen zum Erhalt und zur Gestaltung. In diesem Bereich sei ständig etwas zu tun, sagt Bianca Waters. Dazu gehörten die Sensibilisierung und Beratung der Bürger und Geschäftsleute.

Ein Leuchtturm ist das Bernkastler Fenster, ein Ergebnis der frühen Jahre der Entwicklungsagentur.  In ihm haben sich Betriebe zusammengetan und präsentieren und verkaufen einen Querschnitt ihres Angebots. „Das trägt sich selbst“, sagt Bianca Waters, „wir machen nur die Verwaltung.“

Ein kleines Kaufhaus sorgt für Aufmerksamkeit. Die Betreiber des  Bernkastler Fensters demonstrieren Einigkeit.
Ein kleines Kaufhaus sorgt für Aufmerksamkeit. Die Betreiber des  Bernkastler Fensters demonstrieren Einigkeit. FOTO: Conrad Michael