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Erdenerin wird 101 Jahre alt

Jubilarin Hildegard Wennmann (Mitte) neben ihrer Enkelin Margret Seinsche (links) und ihrer Tochter Wilma Seinsche. Foto: Gaby Comes
Jubilarin Hildegard Wennmann (Mitte) neben ihrer Enkelin Margret Seinsche (links) und ihrer Tochter Wilma Seinsche. Foto: Gaby Comes FOTO: (m_mo )
Erden. In den 101 Jahren ihres Lebens hat Hildegard Wilhelmine Emma Wennmann ihren Mann kennengelernt, ihre Tochter großgezogen und ist vor den Bomben geflohen. Ihren Geburtstag feiert sie in ihrem neuen Zuhause, in Erden.

Erden. Zu ihrem 101. Geburtstag nimmt Hildegard Wennmann im Minutentakt telefonische Glückwünsche ihrer Verwandten und Bekannten entgegen. Die Nachbarschaft im Unterdorf in Erden hat sich spontan dazu entschlossen, der neuen Nachbarin zu ihrem Ehrentag Glückwünsche zu überbringen. Gemeinsam mit ihrer Tochter Wilma Seinsche ist Wennmann vor knapp zwei Monaten in die Ortsgemeinde gezogen, zu ihrem Enkel Ulrich Seinsche.

Flucht nach Schwabenheim


Die zierliche und geistig rüstige Hildegard Wennmann wurde am 28. April 1916 in Oberhausen in Nordrhein-Westfalen als Einzelkind geboren. Ihre Eltern führten dort ein Geschäft und so war es selbstverständlich, dass sie dort von klein auf bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges mithalf. Ihren Ehemann, den sie in Mülheim an der Ruhr kennenlernte, heiratete sie 1940. Als die Bomben über Oberhausen fielen, flüchtete sie mit Ehemann und Eltern nach Schwabenheim, in der Nähe von Ingelheim, wo sie einige Jahre bei einem Spargelbauern unterkamen. Ihr Ehemann zog in den Krieg und kehrte 1945 zurück.
Ins Elternhaus ihres Mannes


Danach pflegten die beiden die Eltern von Hildegard. Im Jahr 1947 kam Tochter Wilma zur Welt, bei der sie seit 13 Jahren im Haushalt wohnt - zuletzt in Emmelshausen und seit März diesen Jahres in Erden. Bis zu ihrem 88. Lebensjahr führte die Jubilarin noch selbst ihren Haushalt. Doch zurück zur Geschichte der 101-Jährigen: 1949 zog sie mit ihrer Familie von Schwabenheim zurück nach Mülheim an der Ruhr in das Elternhaus ihres Ehemannes.
Neue Heimat Erden


Die traurigste Zeit ihres langen Lebens hatte sie im Dezember 1969, als ihr Ehemann starb. Doch ihre Tochter Wilma brachte die Enkel Margret und Ulrich zur Welt, und damit hatte auch Hildegard Wennmann wieder eine neue Aufgabe, der sie sich widmen konnte.
Fröhlich und munter unterhält sie sich nun mit ihrer Nachbarschaft; sie erzählt, dass sie nicht mehr so gut hört und durch das schlechte Augenlicht auch den Volksfreund nicht mehr lesen kann. Aber alle Neuigkeiten, diesie unbedingt kennen möchte, erfährt sie durchaus, sagt die 101-Jährige mit einem Augenzwinkern. red