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Mundart
Erste Gässchen-Tour in Enkirch auf Mundart

Beim Rundweg durch Enkirchs Gassen war auch die Evangelische Kirche Station.
Beim Rundweg durch Enkirchs Gassen war auch die Evangelische Kirche Station. FOTO: TV / Frank Ewein
Enkirch. Ganz neue Wege beschreitet der Förderverein für Ehrenamt und Kultur der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach: So fand die bekannte Enkircher Gässchen-Tour erstmals auf Platt statt. Hans-Dieter Georg sowie Marianne Beck und Ilse Haußmann führten die rund 30 Mann starke Gruppe über den  Rundweg durch Enkirchs Gassen.

Es gab während der gesamten Tour nur eine Rückfrage, alles andere „auf Platt“ war dank der informativen Führung allgemein verständlich.

Georg erläuterte das System der Gässchen in Enkirch. Diese führen  im Ort alle Richtung Mosel.  Und das hat einen  guten Grund: „Diese Gassen waren Wege für die Feuerwehr, um auf dem schnellsten Wege das Wasser mit Eimern zum Brandherd zu bringen“, so Hans-Dieter Georg. Und auch die Bedeutung von so mancher Wegesbezeichnung wurde klargestellt. So hat das „Krinschelgässchen“ nichts mit Stachelbeeren zu tun, sondern geht auf den Beruf eines ehemaligen Anwohners zurück, der Kranzler war, also Schiffsführer in der Treidelschifffahrt. Neu war so manchem Teilnehmer auch, dass es in Enkirch eine „Türkei“ gibt, eine kleine und eine große sogar. Außerdem verfügt Enkirch noch über eine Straße, die mit Bachkatzen (rund geschliffene Quarzsteine) verlegt und in der Form im Original erhalten ist. Für ausreichend Wasser sorgten Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins Enkirch an zwei Stationen des Weges. Der Vorsitzende des Fördervereins, Bürgermeister Marcus Heintel, dankte den drei Führern zum Abschluss im Heimatstuben-Museum. Wie viele der Teilnehmer sei auch er bei dieser Gelegenheit in Ecken von Enkirch gelangt, die er noch nie gesehen habe. Diese Veranstaltung werde nicht die einzige dieser Art gewesen sein, sondern sicherlich in Zukunft regelmäßig im Terminkalender des Vereins stehen. Hans-Dieter Georg war zufrieden mit der Veranstaltung: „Es war auch für uns eine neue Erfahrung, aber wenn man den Dialekt beherrscht, ist es keine Kunst, dies umzusetzen.“