| 21:07 Uhr

Etwas Maggi für die Würze

Sänger und Komödiant: Gerd Elsen mit einem Teil des "Männer-Quartetts".Foto: Clemens Beckmann
Sänger und Komödiant: Gerd Elsen mit einem Teil des "Männer-Quartetts".Foto: Clemens Beckmann
BERNKASTEL-KUES. Der Innenhof von "Burg Landshut" präsentierte sich zum zweiten Mal als Konzertbühne. Zwei Chöre und mehrere Solisten sorgten bei traumhaften Bedingungen für eine besondere Atmosphäre. ARRAY(0x148c8ef8)

Was für ein Unterschied! Im Juli 2004 froren die Zuhörer des Freiluft-Konzerts "Burgenzauber & Doctorwein" und wurden bis auf die Haut nass. Ein Jahr später waren fast 300 Zuhörer im Innenhof von "Burg Landshut" Zeuge einer traumhaften Sommernacht. Herausragend war das musikalische Angebot bei beiden Veranstaltungen, doch erst in diesem Jahr kam der romantische Aspekt des alten Gemäuers so richtig zur Geltung. Die Mitglieder des Gesangvereins "Männer-Quartett" Bernkastel-Kues, damals wie dieses Jahr Organisatoren, genossen es natürlich, ohne angstvollen Blick zum Himmel agieren zu können. Die Sänger teilten sich das Programm mit dem Kammerchor "Project Vokal". Zudem stellten die Solisten Alice Münz und Gerd Elsen ihr Können unter Beweis. Am Klavier saß Andreas Kasper. Da fehlt natürlich noch einer: Michael Meyer. Er war an diesem Abend gleich doppelt gefordert, denn schließlich ist er der musikalische Leiter beider Chöre. Die Sängerinnen und Sänger gingen jeweils zwei Mal auf die Bühne. Meyer konnte gleich an seinem Pult stehen bleiben. "Das ist schon eine kleine Umstellung", erläuterte er den schnellen Wechsel.Zwei Chöre mit besonderem Anspruch

Dieser Wechsel drückt sich auch im Repertoire aus. Das Männerquartett gehört in die Kategorie der normalen Chöre, hat sich allerdings durch seinen Dirigenten einen besonderen Anspruch gegeben. Projekt Vokal mit seinen 24, für einen Chor jungen Mitgliedern, hat bereits diverse Auszeichnungen errungen, wagt sich auch an schwere Konzertliteratur und setzt sie teilweise humorvoll um. Das Publikum zeigte sich begeistert über Lieder wie "Three dances in one", "Dirait-on", "Daemon irrepit calidus", "Shenandoah", "The goslings" und "Clementine". Höhepunkt im Angebot des Männerquartetts waren die drei Lieder für "Marina" und die Reise durch die amerikanischen Südstaaten. Alice Münz, die vorher bereits unter anderem aus "Die lustigen Weiber von Windsor" gesungen hatte, drückte bei dieser Reise die Stimmung mit "Summertime" aus, Gerd Elsen glänzte mit "Ol' man river". Elsen, der auch bei Projekt Vokal mitsingt, bewies sein solistisches Können und sein komödiantisches Talent auch bei "Als Büblein klein an der Mutterbrust" und bei "Ja, das Schreiben und das Lesen" aus der Operette "Der Zigeunerbaron". Die Lacher auf seiner Seite hatte auch Moderator Ludwig Bohr. Das "Büblein an der Mutterbrust" kündigte er so an: "Und nimmt das Kind die Brust nicht an, so mach 'nen Spritzer Maggi dran." Sehr positiv registrierte das Publikum, dass einige der im Programm in Englisch aufgeführten Titel auf Deutsch gesungen wurden. Es war mucksmäuschenstill bei den Vorträgen. Zum Abschluss versammelten sich beide Chöre im Abendrot auf der Bühne. Und was hätte da an diesem herrlichen Sommerabend besser gepasst als "Kein schöner Land".