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Festung Mont Royal in Bildern

Peter Sündermann zeigt auf das Fort, das auf der Karte oberhalb von oberhalb von Enkirch eingezeichnet ist. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Peter Sündermann zeigt auf das Fort, das auf der Karte oberhalb von oberhalb von Enkirch eingezeichnet ist. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Traben-Trarbach. Der Arbeitskreis Nachlass Dr. Spies zeigt erstmals 36 aufgearbeitete Pläne der französischen Festungsanlage Mont Royal. Sie stammen von dem Heimatforscher Ernst Willen Spies, der die Unterlagen in französischen Archiven mit Transparentpapier kopiert hat.

Traben-Trarbach. Wie hat Mont Royal bei Traben-Trarbach tatsächlich ausgesehen? Damit beschäftigt sich eine Ausstellung im Mittelmosel-Museum, bei der 36 Pläne der französischen Festungsanlage zu sehen sind. Sie zeigen Grundrisse, Größe und Lage der kolossalen Festungsanlage, die nur 12 Jahre lang von den Franzosen als Bastion für ihre Feldzüge gegen die östlichen Nachbarn genutzt wurde.
Lange lagen insgesamt 80 Pläne der ehemaligen französischen Festungsanlage Mont Royal in den Archiven des Mittelmosel-Museums. Gezeichnet hatte sie der Traben-Trarbacher Heimatforscher Ernst Willen Spies. Er hatte 1929 die Erlaubnis erhalten, in französischen Archiven nach Unterlagen über Mont Royal zu suchen. Mit Transparentpapier kopierte er die gefundenen Pläne und brachte sie nach Traben-Trarbach, wo sie nach Spies` Tod 1975 in Vergessenheit gerieten.
Erst 2008 erinnerte man sich an die Unterlagen. Der Arbeitskreis Nachlass Dr. Spies, dem 20 Personen angehören, begann, die Unterlagen des Heimatforschers zu sichten und die Pläne zu überarbeiten und zu digitalisieren.
"Jetzt können wir die Pläne vergleichen, die Spies kopiert hat und beurteilen, was wirklich stimmt", sagt Peter Sündermann vom Arbeitskreis. Erst aus der Masse der Pläne könne man erkennen, was Phantasie des Originalzeichners war oder was tatsächlich der Wirklichkeit entsprach, sagt er. Beispielsweise habe ein französischer Zeichner vor der Festungsanlage im Gebiet des heutigen Industriegebietes ein Bollwerk eingezeichnet. Auf anderen Plänen fehlt dieses Gebäude.
Sichtung der Pläne läuft noch


Die Vermutung: "Der Zeichner war nie vor Ort und hat sich das Bollwerk dort vorgestellt", sagt Sündermann. Ein zweites Beispiel: Oberhalb von Enkirch ist auf einem Plan ein Fort eingezeichnet. "Eventuell war es geplant, wurde aber vielleicht nie oder nicht zu Ende gebaut", sagt Sündermann.
Der Arbeitskreis hat bis jetzt erst 20 Prozent der Hinterlassenschaften von Spies gesichtet, sagt Sündermann. Die Unterlagen seien teilweise in Sütterlinschrift verfasst und sehr klein geschrieben. Deshalb habe man sich auf die Pläne konzentriert, zumal das Transparentpapier, auf dem Spies diese kopiert hat, nicht unbegrenzt haltbar ist. cst
Die Ausstellung befindet sich im zweiten Stock des Traben-Trarbacher Mittelmosel-Museums. Sie wird voraussichtlich bis 20 September dort zu sehen sein, sagt Christof Krieger, Leiter des Mittelmosel-Museums. Das Museum ist täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.