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Festungsstädte als Touristen-Magneten

Auf dem Mont Royal: Geneviève Janus, Hans-Ulrich Barth, Bernard Suchecky und Perrin Keller (von links nach rechts). Foto: privat
Auf dem Mont Royal: Geneviève Janus, Hans-Ulrich Barth, Bernard Suchecky und Perrin Keller (von links nach rechts). Foto: privat
Der Freundeskreis begrüßt seine Besucher aus dem französischen Fort-Louis du Rhin. Beide Seiten erkennen die Ähnlichkeiten der Festungen Fort-Louis und Mont Royal.

Traben-Trarbach. (red) Fort-Louis du Rhin ist heute ein kleines französisches Dorf am Rhein, etwa auf der Höhe von Haguenau. Im Jahre 1688 wurde an dieser Stelle - wie ein Jahr vorher auf dem Trabener Tafelberg - eine Festungsstadt errichtet, die ebenfalls zu dem von Vauban konzipierten östlichen Festungsgürtel gehörte. Bernard Suchecky, Historiker aus Straßburg und Gründer der "Route Vauban Rhénane", hatte bereits im März am "Mont-Royal-Treffen" teilgenommen.Ihn und seine Begleiter, den Beigeordneten Hans-Ulrich Barth, den Archäologen und Designer Perrin Keller und die Frau des Bürgermeisters von Fort-Louis, Geneviève Janus, konnte Lutz Reichardt, Vorsitzender des deutschen Freundeskreises F.T.S. Traben-Trarbach, am Dienstag in Traben-Trarbach zu einer Besichtigung des Mont Royal begrüßen. Nach einem kurzen Empfang bei Bürgermeisterin Heide Pönnighaus führte er die französischen Gäste durch die Ausgrabungen. Im Gespräch wurde sehr schnell deutlich, wie sehr sich das Schicksal beider Festungen - und ihr Bestreben, als Alleinstellungsmerkmal touristisch eine Aufwertung zu erfahren - doch ähnelt.Im Rahmen eines Jugendzeltlagers von französischen Pfadfindern und Gymnasiasten aus Kehl wurden im Sommer 2007 die Ausgrabungen in Fort-Louis gesäubert und begehbar gemacht. Zudem wird am 1. Mai die von der EU geförderte Beschilderung des Festungsgeländes eingeweiht.Um die Säuberung, Begehbarmachung, Erhaltung und Beschilderung des Mont Royal kümmert sich zurzeit in Traben-Trarbach der Verein Traben-Trarbach Aktiv (TTA) mit großem Einsatz.Einem Erfahrungsaustausch und gemeinsamen Aktionen der französischen und deutschen Seite (etwa in Form eines deutsch-französischen Jugendtreffens auf dem Mont Royal im kommenden Jahr oder einer Einbindung in das Konzept der "Route Vauban Rhénane") steht somit nichts im Wege.