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Freie Fahrt für altes BKS-Kennzeichen

Werbung in eigener Sache: Das BKS-Kennzeichen soll wieder her, proklamieren Ralf Borchert (links), VG-Chef Ulf Hangert (Mitte) und Stadtbürgermeister Wolfgang Port. TV-Foto: David Zapp
Werbung in eigener Sache: Das BKS-Kennzeichen soll wieder her, proklamieren Ralf Borchert (links), VG-Chef Ulf Hangert (Mitte) und Stadtbürgermeister Wolfgang Port. TV-Foto: David Zapp
Bernkastel-Kues. Wenn es nach dem Willen zahlreicher Bernkastel-Kueser geht, dann prangt das alte KFZ-Kennzeichen BKS schon bald wieder an den Stoßstangen. Der Stadtrat hatte sich bereits im Herbst dafür ausgesprochen, das Bernkasteler Nummernschild wieder einzuführen. 2012 könnte es so weit sein. David Zapp

Bernkastel-Kues. "BKS is back!" könnte die Schlagzeile der Tageszeitung mit den vier großen Buchstaben zur Rückkehr des Altkennzeichens lauten. Und der Wunsch nach dem alten Kennzeichen könnte für Autofahrer aus Bernkastel-Kues schon bald in Erfüllung gehen. So könnten schon 2012 die ersten BKS-Schilder an den Stoßstangen prangen. Denn vor allem in der Cusanusstadt konnte man sich bis heute nicht so recht mit dem WIL-Kennzeichen anfreunden, das die Bernkasteler Automobilisten seit der Gebietsreform 1969/70 führen mussten.
Ralf Borchert, Professor für Destinationsmanagement an der Hochschule Heilbronn, hat mit seinem Team 2010 und 2011 insgesamt 30 000 Bürger in 144 Städten Deutschlands dazu befragt, ob sie für eine Wiedereinführung ihres Altkennzeichens sind. Sein Projekt "Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung" setzt sich für den Erhalt von Kennzeichen ein, die durch Gebietsreformen gefährdet oder ihnen bereits zum Opfer gefallen sind. Allein für Rheinland-Pfalz liegen Ergebnisse von sechs Städten vor. 75 Prozent der bundesweit Befragten sind für die Initiative. Da macht auch Bernkastel-Kues keine Ausnahme.
"Der Charme des Themas liegt an seinem geringen Aufwand und seiner großen Wirkung", sagt Borchert. Die Umstellung sei beim Kreis nahezu kostenneutral, eine kleine Änderung in der EDV, und das wäre es dann. Der Kreis profitiere sogar finanziell von den BKS-Nostalgikern, und der Markeneffekt spreche vor allem junge Menschen an. Und Borchert macht keinen Hehl daraus, dass es dabei um ein Marketinginstrument geht: "Die Stadt Bernkastel-Kues ist ein Produkt, und die Bürger sind Teil dieses Produkts. Das Kennzeichen BKS ist schlicht das Symbol für die Marke Bernkastel-Kues", sagt Borchert. Da dieses Markensymbol an Autos jeden Tag tausendfach gesehen würde, sei es für die Stadt ein Selbstgänger.
Wer bekommt das neue Kennzeichen? Der Kreis müsste festlegen, wer im Landkreis Bernkastel-Wittlich das neue BKS-Kennzeichen führen dürfe, sagt Borchert. Stadtbürgermeister Wolfgang Port und VG-Chef Ulf Hangert sind sich jedoch einig, dass es Sinn mache, die Möglichkeit für die ganze Verbandsgemeinde auszuloben. Jeder Autobesitzer kann, muss das neue Kennzeichen dann aber nicht führen. Das sei eine freiwillige Sache. "Es schadet niemandem, und die Leute wollen es. Und es hat für uns einen großen Wiedererkennungswert", sagt Port. Sein Kollege Hangert: "Das ist in einer Welt der Globalisierung ein Stück heimatliche Verbundenheit, die man zeigen kann." Nun sind Bund und Land am Zug. Wenn es in Berlin und Mainz grünes Licht gibt, muss im Juli nur noch Wittlich zustimmen.