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Natur
Freilaufende Hunde hetzen drei Rehe zu Tode

Symbolbild
Symbolbild FOTO: Patrick Pleul / ZB
Traben-Trarbach. Tierärztin zeigt eine offenbar uneinsichtige Hundehalterin an. Jäger Uwe Gauch steht oft vor grausam zugerichteten Tieren. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Uwe Gauch ist kein Unbekannter in der Welt der Jäger. 2016 erlangte er, hervorgerufen durch den TV, auch überregionales Interesse. Damals zogen er und sein Jagdhund Eyka, ein Rehkitz auf. Gauch war von Leuten gerufen worden, die das kleine Tier auf einem Weinbergsweg oberhalb von Rissbach gefunden hatten. Er zog den Rehbock dann mit Flasche auf, sein Jagdhund wurde zur Beschützerin. Das sind die schönen Seiten seines Hobbys. In den vergangenen sechs Wochen erlebt Gauch aber auch die unschönen Seiten.

Drei Rehe seien in dieser Zeit von Hunden gerissen worden, teilte Stadtbürgermeister Patrice Langer dem TV mit und verweist gleichzeitig auf die Kenntnisse von Uwe Gauch. Denn der wird immer gerufen, wenn tote Rehe im Raum Traben-Trarbach gefunden werden. Ob die aktuellen drei Fälle miteinander zu tun haben weiß er nicht. Reh Nummer eins, eine ältere Rike, und Reh Nummer drei, seien keine 100 Meter entfernt voneinander gefunden worden.

Auf Reh Nummer zwei wurde die örtliche Tierärztin aufmerksam, die in der Nähe wohnt. In diesem Fall, so Uwe Gauch sei der Hund auch noch am Werk gewesen. Die Ärztin habe das Reh eingeschläfert. Die Halterin des offenbar ausgerissenen Hundes sei festgestellt worden und haben ihn zurückbekommen. „Sie hat sich aber uneinsichtig geziegt“, sagt Gauch. Deshalb habe die Tierärztin sie auch angezeigt.

Tier Nummer drei habe auch noch gelebt, als er gerufen wurde, erzählt Uwe Gauch. „Ich habe es dann waidgerecht erlöst“, sagt der Jäger. Das erste Reh habe auf einem asphaltierten Weg gelegen – alle drei im Jagdrevier auf dem Mont Royal.

Selten sind solche Übergriffe offenbar nicht. Er wisse allein  von fünf Fällen im Revier Reil im Jahr 2017, sagt Gauch. Es sei normal, dass bei Hunden der Jagd­trieb zutage trete, wenn sie in die Nähe von Wild kommen. „Verantwortlich ist aber die Person am andere Ende der Leine“, sagt der Traben-Trarbacher.

Wenn die wisse, dass der Hund nicht gehorcht, müsse er ihn auch im freien Gelände außerhalb von Ortschaften an der Leine halten. „Es ist grausam, wenn ein Tier zu Tode gehetzt wird beziehungsweise solche Qualen erleben muss“, sagt Stadtbürgermeister Langer.

Gauchs Schützling Ben ist übrigens bei bester Gesundheit und lebt im Westerwald. In Traben-Trarbach konnte er nicht bleiben, weil Gauch in der Innenstadt wohnt. Ihn in die freie Wildbahn zu entlassen, ging auch nicht, weil er an Menschen gewöhnt ist. Nachdem sich anfangs niemand gemeldet hatte, hätten sich nach der medialen Berichterstattung Interessenten aus ganz Deutschland gemeldet, erzählt der Jäger.