| 20:36 Uhr

Für Sebastian kommen auch Fußballmuffel

1150 Euro kommen am Samstag allein in den Spendendosen beim Benefizspiel zwischen der Oberliga-Mannschaft des FSV Salmrohr (in den roten Trikots) und einer Mosel-Auswahl (blaue Trikots) zusammen. TV-Foto: Holger Teusch
1150 Euro kommen am Samstag allein in den Spendendosen beim Benefizspiel zwischen der Oberliga-Mannschaft des FSV Salmrohr (in den roten Trikots) und einer Mosel-Auswahl (blaue Trikots) zusammen. TV-Foto: Holger Teusch
Reil. Großer Andrang rund um den neuen Reiler Kunstrasen-Fußballballplatz: Der FSV Salmrohr siegte zwar mit 4:2 Toren gegen eine Mosel-Auswahl. Die wahren Gewinner sind aber an Leukämie erkrankte Menschen wie Sebastian aus Traben-Trarbach.

Reil. So viele Zuschauer wie am vergangenen Samstagabend wünschen sich die Fußballvereine an der Mosel an jedem Wochenende: Günter Rodermund schätzte die Zahl der Besucher auf 500. Eintritt wurde nicht verlangt. "Aber wir sind mit der Sammelbüchse rundgegangen", erklärte der Vorsitzende des Hausherren vom TuS Reil. Das gesammelte Geld und der Erlös des gemeinsam von Reilern und Krövern organisierten Verkaufs von Essen und Getränken fließt der Stefan-Morsch-Stiftung zu. Diese führt eine Knochenmark- und Stammzellspenderdatei, um Spender für Leukämiekranke zu finden. Das Geld kommt damit auch Sebastian (28) aus Traben-Trarbach (der TV berichtete) zugute.
An einer Typisierungsaktion im Dezember hatten mehr als 600 Menschen teilgenommen, ohne dass allerdings ein potenzieller Spender für Sebastian gefunden wurde. Auch die Fußballer des TuS Kröv gaben ein paar Tropfen Blut. Sebastian hatte für den Verein gespielt.
Alle kennen Sebastian


"Die gesamte Kröver Mannschaft ist geschlossen hin", sagte Dieter Kaiser nicht ohne Stolz.
Der ehemalige Landesligaspieler war auch der Initiator des Benefizspiels. Dank Kaisers Kontakten sagten die Oberligisten aus dem Salmtal zu. Und die Mosel-Auswahl zusammenzustellen, war sowieso kein Problem. "Bis auf die Zeller Jungs kennen ja wohl alle Sebastian", sagte Kaiser.
Dass sie für ihren Freund spielen, schien die Mosel-Kicker zu beflügeln. Ein Klassenunterschied (zwei beziehungsweise sogar bei einigen sogar drei Ligen) war nicht bemerken. "Die Jungs haben ja nichts zu verlieren und gezeigt, dass sie Fußball spielen können", freute sich Kaiser. Dass die Favoriten am Ende mit 4:2 siegten, war Nebensache.
Außer den kranken Menschen, für die allein in den Sammelbüchsen 1150 Euro zusammenkamen (die Abrechnung vom Getränke- und Essensverkauf wird noch erstellt), war auch der Fußball selbst ein Gewinner. Wegen des Benefizcharakters kamen etliche Zuschauer, die schon lange keinen Fußballplatz mehr betreten hatten. "Wir gucken das erste Mal seit Jahren wieder Fußball", erklärte beispielsweise Harald Schulz. "Toll, großartig", fand der Traben-Trarbacher die Aktion - und das nicht nur, weil er erstmals wieder seine beide Söhne spielen sah. teu