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Geburtstagsfest in 5642 Metern Höhe

Geburtstag in luftiger Höhe: Karl-Peter Schröder auf dem Gipfel des Elbrus. Foto: red
Geburtstag in luftiger Höhe: Karl-Peter Schröder auf dem Gipfel des Elbrus. Foto: red
MARING-NOVIAND. Es ging mal wieder hoch hinaus. Der Noviander Karl-Peter Schröder bezwang an seinem Geburtstag den Berg Elbrus im Kaukasus. Vielleicht steht er bald auf dem Matterhorn. ARRAY(0xde67078)

Karl-Peter Schröder hat vor wenigen Tagen seinen 69. Geburtstag gefeiert. Und wo hat der Noviander diesen Tag begangen? Auf dem 5642 Meter hohen Elbrus im Kaukasus. Zusammen mit sechs anderen Bergsteigern, die er vorher nicht kannte, hatte Schröder an der Tour teilgenommen. Vermittelt wurde sie durch eine Trierer Agentur, die mit einer entsprechenden Organisation im Kaukasus zusammenarbeitet.Keine Probleme mit der Höhenluft

Schröder war der Älteste in dieser Gruppe. Doch der drahtige Mann hatte keine Probleme, mit den Jüngeren und den zwei Bergführerinnen mitzuhalten - im Gegenteil: "Ich war als Erster auf dem Gipfel", erzählt er. Die Höhenluft habe ihm keine Probleme bereitet. "Und ich habe einen niedrigen Blutdruck. Das ist gut in der Höhe", sagt er. Seit 20 Jahren ist der frühere Maurerpolier ein Freund der Berge. Er hat den Mont Blanc bestiegen und war vor elf Jahren auf dem Kilimandscharo, der sogar noch etwas höher ist als der Elbrus. "Da ich aber nun elf Jahre älter bin, schätze ich die Besteigung des Elbrus höher ein", sagt Schröder. Die Grundlagen für sein Hobby holt er sich seit 30 Jahren in der Leichtathletik und nimmt immer noch aktiv an Wettkämpfen teil. Als Extrembergsteiger bezeichnet er sich. "Die Touren sind nicht so schwierig", sagt er. Im Urlaub steuert er regelmäßig mit seiner Frau die Alpen an. Mitte August geht es in die Stubaier Alpen. Dort unternimmt er Touren in einer Höhe von 3000 bis 3500 Metern. Dabei ist er meistens allein. "Meine Frau geht nur bis zu den Almen", sagt er. Schröder bewegt sich aber in relativ sicherem Gelände. "Über Gletscher gehe ich nicht alleine." Dass trotzdem ein gewisses Risiko bei den Alleintouren besteht, weiß er und versteht auch manche Ängste seiner Frau. "Aber es ist ein tolles Gefühl, Berge zu besteigen und auf dem Gipfel zu stehen." Wenn man sich ausreichend akklimatisiere, sei das auch kein Problem. An den Elbrus habe sich die Gruppe eine Woche lang herangetastet, ehe von einem Basislager in 3850 Metern Höhe, in dem sie drei Tage verbrachten, der Aufstieg zum Gipfel begann. "Müde, aber glücklich." So beschreibt Schröder das Gefühl, als er wieder im Tal war. Und welchen Berg will er noch bezwingen? "Man hat ja Träume", sagt er und denkt dabei ans Matterhorn. Schröder: "Aber ich glaube nicht, dass ich das noch schaffe, weil der Aufstieg sehr schwierig ist."