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Kommunen
Gemeindearbeiter von vier Moselorten sollen sich gegenseitig aushelfen

Wiesen mähen, Wander- und Waldwege pflegen und vieles mehr: Die beiden Gemeindearbeiter Simon Krieger und Thorsten Petry haben im großen Moselort Enkirch viel zu tun.
Wiesen mähen, Wander- und Waldwege pflegen und vieles mehr: Die beiden Gemeindearbeiter Simon Krieger und Thorsten Petry haben im großen Moselort Enkirch viel zu tun. FOTO: TV / Winfried Simon
Reil/Burg/Enkirch/Starkenburg. Gemeindearbeiter von Reil, Burg, Enkirch und Starkenburg sollen sich unterstützen. In Enkirch gibt es besonders viel zu tun. Ortschef Bender: Wir brauchen mehr Leute.   Von Winfried Simon
Winfried Simon

Straßen und Wege säubern, Bäume schneiden, Schnee wegräumen, Sitzbänke aufstellen, Wiesen mähen, Mülleimer leeren und einiges mehr: Gemeindearbeiter sorgen für Sicherheit und Sauberkeit in den Orten.

In den größeren Gemeinden Reil und Enkirch sind dafür jeweils zwei Vollzeit-Beschäftigte zuständig, in Burg zwei 450-Euro-Jobber und in dem kleinen Starkenburg legt Ortsbürgermeister Jürgen Spier freiwillig selbst Hand mit an. Unterstützt wird er von einem Mann, der zehn bis zwölf Stunden pro Monat aushilft und dafür bezahlt wird.

Jetzt gibt es Überlegungen, dass die vier Gemeinden in Sachen Bauhof kooperieren. Damit sollen Kosten eingespart werden – vor allem bei der Beschaffung von Gerätschaften. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden, weitere sollen folgen.

Nach Auskunft von Frank Koch, Leiter der Abteilung Organisation und Finanzen bei der Verbandsgemeindeverwaltung Traben-.Trarbach, sollen die vier Gemeinderäte noch möglichst bis zur Sommerpause entsprechende Grundsatzbeschlüsse fassen. Vor allem muss geklärt werden, wie genau die Zusammenarbeit der vier Gemeinden aussehen soll.

Relativ sicher ist, dass es keinen Zweckverband geben wird. Eine solche Organisationsform für den Bauhof gibt es seit einigen Jahren bereits für die Ortsgemeinden Zeltingen-Rachtig, Lösnich und Erden. In Enkirch, Reil, Burg und Starkenburg denkt man eher an eine Kooperation, ohne genau festzulegen, wie viele Stunden welcher Gemeindearbeiter in welchem Ort tätig sein soll. Grundsätzlich sehen die vier Ortchefs eine Zusammenarbeit über die Ortsgrenzen hinweg positiv.

Roland Bender, Ortsbürgermeister von Enkirch, schränkt aber ein: „Während der Saison kommen unsere zwei Gemeindearbeiter kaum rund. Die sind bis über beide Ohren zu mit Arbeit. Dann können die nicht noch in anderen Gemeinden einspringen, wenn dort Not am Mann ist.“

Enkirch ist ebenso wie Reil ein bedeutender Fremdenverkehrsort und außerdem flächenmäßig überdurchschnittlich groß. Wander- und Waldwege müssen gepflegt und Wiesen gemäht werden. Vor allem das Moselvorgelände mit dem großen Wohnmobilstellplatz macht vom Frühjahr bis zum Herbst viel Arbeit. Und wenn im Winter die Mosel über die Ufer tritt, gibt’s noch einmal viel zu tun.

Bender macht deutlich: „Eigentlich müssten wir noch einen dritten Gemeindearbeiter haben.“ Doch eine zusätzliche Kraft einzustellen, ist nicht so einfach. Der Landesrechnungshof gibt vor, dass pro 1000 Einwohner ein Gemeindearbeiter reicht. Stark touristisch geprägte Gemeinden können einen höheren Bedarf haben.

Für drei Gemeindearbeiter müsste Enkirch (1500 Einwohner) aber schon sehr gute Gründe nennen. Außerdem: Weil die Gemeindekasse leer ist, dürfte die Kommunalaufsicht ein Veto einlegen.

Bender rechnet damit, dass vor allem in den Wintermonaten, wenn in den einzelnen Orten größere Sanierungsmaßnahmen zum Beispiel an gemeindeeigenen Gebäuden notwendig sind, die Gemeindearbeiter verstärkt zusammenarbeiten.

Im übrigen arbeite man bereits mit Starkenburg zusammen. Gelegentlich mähen die Enkircher auch in der Starkenburger Gemarkung Flächen. Dann fallen Überstunden an, die die Gemeinde Starkenburg zahlt.

Auch der Traben-Trarbacher Bauhof hat schon öfters in Starkenburg ausgeholfen - zum Beispiel beim Aufstellen von örtlichen Hinweisschildern.

Jürgen Spier, der sich bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr nicht mehr als Starkenburger Ortschef bewirbt, sagt: „Auch danach werde ich meine Arbeitskraft und meinen Rasentraktor der Gemeinde zur Verfügung stellen.“