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Gemeinsam für Qualität

Karl-Heinz Ruggeri, Erika Ruggeri und Emil Schmitt aus Bernkastel-Kues betrachten die Schautafeln der Entwicklungsagentur. Foto: Wolfgang Lenders
Karl-Heinz Ruggeri, Erika Ruggeri und Emil Schmitt aus Bernkastel-Kues betrachten die Schautafeln der Entwicklungsagentur. Foto: Wolfgang Lenders
BERNKASTEL-KUES. Auf dem Karlsbader Platz zeigt am heutigen Donnerstag die Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues Mitgliedern und Interessierten, was sich im ersten Halbjahr ihrer Arbeit getan hat. Am Montag war die Präsentation schon einmal zu sehen. Von unserem Redaktionsmitglied <br>WOLFGANG LENDERS

Wenn es um die Stadtentwicklung in Bernkastel-Kues geht, hat Kurt Lüthje klare Vorstellungen: Die Stadt muss sich mehr an ihren Kunden orientieren - an den Besuchern, die sie hat, und an denen, die sie gewinnen möchte.Lüthje ist Regionalplaner - und Geschäftsführer der Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues, die vor rund einem halben Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat. Sich für Bernkastel-Kues einzusetzen, macht Kurt Lüthje auch persönlich Spaß: "Früher hab ich nur Gutachten geschrieben", sagt er. "Jetzt setz ich's einmal um."

Besser werden ist das Ziel

Das Konzept der Agentur basiert laut Lüthje auf drei Säulen: Servicequalität, Angebotsqualität und Aufenthaltsqualität. Durch Verbesserungen in diesen Bereichen soll die Stadt zusätzliche Besucher ansprechen. Die derzeitige Klientel will Lüthje aber auch nicht vergraulen. "Die Gäste, die an Karneval von Düsseldorf nach Paris abhauen, die will ich hierher locken", sagt er. Dafür müssten aber deren Erwartungen erfüllt werden. "Die Ansprüche haben sich verändert, nicht aber die Angebote."

Eines der wichtigsten Ziele der Entwicklungsagentur ist die Änderung der Einstellung der Menschen. "Die Identifikation der Bernkasteler mit ihrer Stadt ist unser Ziel", sagt Lüthje. "Das muss in die Köpfe der Akteure."

Mit dem Stand auf dem Karlsbader Platz wolle die Entwicklungsagentur ihre Mitglieder informieren und Interessierte ansprechen. "Wir sind da, das wollen wir zeigen", sagt Lüthje. Es gehe darum, den Menschen "die Schwellenangst zu nehmen". So seien am Dienstag Besucher aus Andel gekommen und hätten um Mithilfe bei neuen Entwicklungen gebeten, berichtet Lüthje. Außerdem hätten ihn viele Mitglieder angesprochen - und eine Lehrerin.

So einfach war die Arbeit der Agentur nicht von Anfang an. Viele Reaktionen auf seine Bemühungen seien zunächst eher abweisend gewesen, sagt Lüthje. Das habe sich aber grundlegend geändert. Die Menschen reagierten inzwischen sehr positiv auf seine Vorschläge. Die Agentur, die als Verein organisiert ist, hat derzeit rund 120 Mitglieder. Ein halbes Jahr nach der Aufnahme der Arbeit präsentiert sie erste Erfolge. Die Eröffnung des "Bernkast'ler Fensters" beispielsweise oder die Reduzierung der Außenflächen im Einzelhandel, die die Stadt derzeit vorantreibt.

"Betriebe müssen das Produkt kennen"

Das ist aber längst nicht alles, was die Agentur erreichen will. Manchmal sind das ganz banale Sachen, etwa, dass der Kaffee in der Stadt besser wird. "Qualitätsoffensive Kaffee" heißt das dann in der Sprache der Entwicklungsagentur. Manche Veränderungen erfordern aber auch eine gehörige Portion Arbeit. So sollen die Menschen, die mit Besuchern zu tun haben, über Attraktionen und Geschichte der Stadt Bescheid wissen. "Die Betriebe müssen das Produkt von Bernkastel-Kues kennen", sagt Lüthje. "Jeder Betrieb ist eine kleine Tourist-Information." Deshalb organisiert die Agentur nach der Tourismus-Saison Schulungen für die Mitarbeiter. "Ab November fangen die Kurse an", sagt Lüthje. Bereits im Sommer müssen die Bernkastel-Kueser Lokalpolitiker die Schulbank drücken - auch davon erzählt Kurt Lüthje: "Der Stadtrat hat heute Abend Kurs."