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Gemeinsam für Toleranz

Traben-Trarbach. Achtklässler befassen sich in Theorie und Praxis mit Religionen und Vorurteilen.

Traben-Trarbach (red) Achtklässler im Gymnasium Traben-Trarbach haben sich mit anderen Kulturen und Religionen, vor allem dem Judentum und dem Islam, sowie mit dem Umgang mit Vorurteilen, Intoleranz und Diskriminierung befasst. Das geschah, wie die Schule mitteilte, im Rahmen von Methoden- und Projektarbeitstagen.
Der erste Tag war dem Islam gewidmet. Tahir Dogan, praktizierender Muslim, sprach anschaulich über seinen islamischen Glauben. Im Anschluss an seinen Vortrag wurden viele Fragen gestellt und beantwortet. Die Schüler befassten sich mit dem Jugendprojekt "Koscher - gibt es das auch im Islam?" des Jüdischen Museums in Berlin. Das Zusammenstellen eines Menüs für eine Feier mit jüdischen, muslimischen und christlichen Jugendlichen stellten einen Bezug zum Alltag der Schüler her. Der Tag gegen Rassismus und gegen Diskriminierung ist seit dem vergangenen Jahr fester Bestandteil des Stundenplans. Alle Achtklässler stellten sich selbst auf die Probe, was ihre eigene Einstellung gegenüber Rassismus und ihr Wissen zum Thema Flucht und Asyl angeht. Filme über rassistische Vorurteile und Vorfälle ergänzten diesen Part.
Andreas Reinhard vom Jugendhof Wolf hatte den Kontakt zu zwei jungen Flüchtlingen hergestellt. Ahmad aus Syrien und Morteza aus Afghanistan besuchten den Projektunterricht und erzählten, was sie erlebt hatten. Beide mussten die Familie zurücklassen und waren während der Flucht mehrfach in beängstigenden Situationen, sogar in Lebensgefahr, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Marcel Beyer von der Partnerhochschule des Gymnasiums, der Cusanus-Hochschule in Bernkastel-Kues, bot einen Workshop zu Mustern im Populismus an. Die Schüler erarbeiteten aus verschiedenen Reden und Programmen, etwa vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump heraus, wie Populisten arbeiten. Am nächsten Tag führte René Richtscheid vom Emil-Frank-Institut in Wittlich die Schüler auf den Spuren jüdischer Geschichte durch den Ortsteil Trarbach.
Die Lebensgeschichte von Martin Schmitz, einem jüdischen Schüler der Schule, der Auschwitz überlebte, stieß bei den jungen Menschen auf besondere Aufmerksamkeit. Zudem schauten sie sich in einem Klassenraum jüdische Kultgegenstände in einer Ausstellung an.
Zum Abschluss spielten einige von ihnen ein altes jüdisches Spiel, das Dreidelspiel.