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Soziales
Gerade bestellt, schon gebracht

 Sarah Sauer und Michael Stöck, die als Apotheker aus Bernkastel Kues im Wechsel die digitale Rezeptsammelstelle betreiben, zusammen mit Vera Ulinsky, praktische Ärztin in Longkamp.
Sarah Sauer und Michael Stöck, die als Apotheker aus Bernkastel Kues im Wechsel die digitale Rezeptsammelstelle betreiben, zusammen mit Vera Ulinsky, praktische Ärztin in Longkamp. FOTO: Christoph Strouvelle
Longkamp. Die digitale Rezeptsammelstelle in Longkamp wird von den Patienten gut angenommen. Für die Apotheken ist das elektronische Gerät eine große Arbeitserleichterung.

Die Rezepte werden digital erfasst, die Medikamente prompt nach Hause geliefert: Die digitale Rezeptsammelstelle, die in Longkamp Anfang Dezember in Betrieb genommen worden ist, hat viele Erwartungen geweckt. Sie soll auf Dauer das alte System ersetzen, in dem Patienten ihre Rezepte in einen Briefkasten gegenüber der Longkamper Arztpraxis geworfen haben und der von drei Bernkasteler Apotheken im Wechsel zweimal täglich geleert worden ist. Jetzt werden die Rezepte von den Patienten in einen Schlitz der digitalen Rezeptsammelstelle geschoben, wo sie erfasst und die Daten an die angeschlossenen Apotheken per Datenleitung übermittelt werden (der TV berichtete).

Nach sechs Wochen „Probezeit“ sind alle Beteiligten voll des Lobes über die neue Einrichtung. „Es funktioniert einwandfrei“, sagt Longkamps Ortsbürgermeister Franz-Josef Klingels. Er selbst hat die digitale Rezeptsammelstelle, bundesweit die fünfte ihrer Art, auch schon getestet. „Ich habe das Rezept eingeschoben, eineinhalb Stunden später war das Medikament da“, sagt er. Von seinen Bürgern hat er bisher keine Rückmeldung erhalten, laut dem Ortschef ein gutes Zeichen: „Wenn was klappt, hört man weniger als wenn die Leute was zu meckern haben.“

Auch die Patienten in der Arztpraxis Vera Ulinsky in Longkamp seien froh über das neue Angebot, sagt Mitarbeiterin Nicole Grett. Am Anfang hätten die Patienten noch etwas gefremdelt und die Mitarbeiter der Praxis um Rat gefragt „Doch das ist nach dem ersten Rezept erledigt“, sagt Grett. Die Leute seien zufrieden, weil es mit der Lieferung wunderbar klappe.

Auch die Betreiber der beteiligten Apotheken sind rundum zufrieden. Michael Stöck, der in Bernkastel-Kues die Marien-Apotheke und die Adler-Apotheke betreibt, berichtet von einem problemlosen Betrieb. Einmal habe im Gerät ein Kabel ausgewechselt werden müssen, doch habe dies keine Auswirkungen auf den Betrieb gehabt. Für die Mitarbeiter der Marien-Apotheke, über die die eingegangenen Rezepte im Dezember bearbeitet worden sind, bedeute die digitale Rezeptsammelstelle eine enorme Arbeitserleichterung. „Es erspart uns Zeit, und der Kunde kann schneller beliefert werden“, sagt er. Von Montag bis Freitag erfolge die Lieferung zweimal täglich, hinzu komme eine Fahrt am Samstag. Für die Patienten sei das Gerät anfangs noch ungewohnt gewesen. „Doch das einfache Bedienen hilft vielen, diese Hemmschwelle zu überwinden“, sagt der Apotheker. Anfangs seien auch noch Rezepte in den Briefkasten geworfen worden. Doch sei dieser nach kurzer Zeit nicht mehr benutzt worden.

Seit dem 1. Januar hat die Cusanus-Apotheke in Kues die Belieferung der Longkamper Patienten für vier Monate übernommen. Inhaberin Sarah Sauer berichtet ebenfalls von einem problemlosen Betrieb. Allerdings gebe es immer noch Patienten, die ihre Rezepte in den Briefkasten stecken. „Die Umstellung dauert noch“, ist ihre Beobachtung.