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Großer Bahnhof für eine Königin

Sie strahlte und war überwältigt vom spontanen herzlichen Empfang: Die neue Gebietsweinkönigin Nicole Kochan.Foto: Marita Blahak
Sie strahlte und war überwältigt vom spontanen herzlichen Empfang: Die neue Gebietsweinkönigin Nicole Kochan.Foto: Marita Blahak
LIESER. Solch ein Ereignis hat die Gemeinde Lieser in ihrer Weinbaugeschichte noch nicht erlebt: Nicole Kochan, Winzerstochter aus dem Moselort, erhielt die Krone der Gebietsweinkönigin. Am Samstag bereitete der Ort der "ihrer" neuen Königin einen großen Empfang. Das ganze Dorf war aus dem Häuschen. ARRAY(0x48ba2138)

Da war Improvisation gefragt, denn Lieser wollte seiner Weinhoheit einen grandiosen Empfang bereiten. Die Feuerwehr fuhr mit Lautsprecher durch die Straßen, verbreitete die frohe Kunde und lud zum Empfang. Die Freude im Ort war riesengroß. "Was soll man als Winzer dazu sagen, schöner kann ein Winzerjahr nicht zu Ende gehen", meinte Heinz Genetsch.Die Glocken läuten zur Abfahrt der Kutsche

Ein Lieserer Mädchen als Botschafterin der Winzer und der Weine von Mosel-Saar-Ruwer - da war das ganze Heimatdorf aus dem Häuschen. Und die Lieserer wussten, was sie "ihrer" Königin schuldig waren. Pünktlich zur Abfahrt mit der Kutsche am Elternhaus läuteten die Glocken von St. Peter den Sonntag ein. Doch an diesem Samstagabend schienen sie auch zur Ehre der neuen Gebietsweinkönigin aus Lieser zu erschallen. Der Musikverein blies Nicole den Marsch und die Gruppe der "Winzer von anno dazumal" ließ es sich nicht nehmen, die Lieserer Winzers- tochter mit ihrem Gefolge durch die Dorfstraßen zu begleiten. Durch ein stilvolles Reben-Spalier schritt sie zur blumengeschmückten Traubenwagen-Bühne auf dem Marktplatz, wo Bürger, Gäste und Kommunalpolitiker der Weinhoheit ihre Aufwartung machte. Ortsbürgermeister Gerhard Stettler, Heimatvereinsvorsitzender Friedrich Zeltner, Landrätin Beate Läsch-Weber, MdL Alexander Licht sowie VG-Chef Ulf Hangert hießen die Gebietsweinkönigin und Ortsweinkönigin Susanna mit ihren Prinzessinnen willkommen und gratulierten zur Wahl. "Fachlich kompetent und schlagfertig mit Natürlichkeit und Charme", so charakterisierte Läsch-Weber die Weinhoheiten. "Solch hochkompetente Botschafterinnen brauchen wir, um unsere Weine nach außen zu repräsentieren." Die Wahl zeige auch, dass junge Leute stolz auf ihre Heimat sind", betonte Licht. "Denn, wenn sie nicht mehr begreifen, aus welcher Heimat sie kommen, welchen Wein sie trinken, dann ist es auch mit dem Begriff Heimat nicht mehr weit her." Die frisch gekrönte Gebietsweinkönigin strahlte. Sie war überwältigt vom spontanen herzlichen Empfang anlässlich des Lieserer Backfischfestes. "Ich war total überrascht am Freitagabend", verrät sie dem TV ihre erste Reaktion auf die Wahl. Vor Aufregung konnte sie in der Nacht kaum schlafen. "Ich hatte den Kopf voller Gedanken auf die kommende Zeit", gesteht die junge Frau. Mit ihren Prinzesinnen habe sie sich vorgenommen , die Kreszenzen von Mosel-Saar-Ruwer insbesondere auch jungen Leuten näher zubringen. Dann gehörte Nicole der Menge. Die Musiker spielten "Oh Mosella" und die Weinhoheit musste tausend Hände schütteln und Küsschen entgegennehmen. Nicht nur Bürgermeister Stettler schloss die Königin in seine Arme: "Es ist herrlich, eine Gebietsweinkönigin in seinem Ort zu haben." Beste Werbung für den Wein- und Fremdenverkehrsort ist es dazu. Stolz sind auch Nicoles Eltern. "Wir werden unsere Tochter nach allen Käften unterstützen", so Isolde und Aribert Kochan. Die frisch gekürte Gebietsweinkönigin wird ihr anvisiertes Studium der Fremdenverkehrsgeografie erst mal auf Eis legen. Denn im kommenden Jahr warten nicht weniger als 200 Termine auf sie zu.