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Heißer Sport: Omas Wärmflaschen auf Eis

Gaudi für Groß und Klein. Omas Wärmflaschen-Curling, das der VfL ins Leben gerufen hat, ist ein voller Erfolg. Am 2. Januar soll es die erste offene Stadtmeisterschaft geben. TV-Foto: Gerda Knorrn-Belitz
Gaudi für Groß und Klein. Omas Wärmflaschen-Curling, das der VfL ins Leben gerufen hat, ist ein voller Erfolg. Am 2. Januar soll es die erste offene Stadtmeisterschaft geben. TV-Foto: Gerda Knorrn-Belitz
Traben-Trarbach. Eine neue Wintersportart hat der Verein für Leibesübungen (VfL) in Traben-Trarbach kreiert: Er lässt Omas Wärmflaschen beim Curling über die Eisbahn am Alten Bahnhof rutschen. Ihr Ziel ist ein Nachttopf aus Emaille, dem sie möglichst nahe kommen sollen. Am Mittwoch, 2. Januar wird es eine offene Stadtmeisterschaft geben. Gerda Knorrn-Belitz

Traben-Trarbach. Dichtgedrängt stehen die Zuschauer mit ihren Glühweingläsern um die Bande der Kunsteisbahn. Während an den Wochenenden Schlittschuhläufer dort ihre Pirouetten drehen, heißt es mittwochs: freie Fahrt für Omas Wärmflaschen. 30 Stück hat der VfL angeschafft, sie mit Maurermörtel gefüllt und ihnen so zu einem Gewicht von etwa 4,5 Kilogramm verholfen. Das ist nötig, damit sie "weitläufig" über die Eisfläche gleiten können. "Man muss tief in die Hocke gehen, damit das Ding rutscht", weiß Rainer Grube, 1. Vorsitzender des VfL. Wer seine Wärmflasche aus dem Stand auf die Reise schickt, schaut ihnen dann oft bei Purzelbäumen zu.
Die zehn Meter breite und 20 Meter lange Kunsteisbahn gab es erstmalig im vergangenen Jahr während des Mosel-Wein-Nachts-Marktes. Schon damals fragten sich Sportsfreunde, ob man sie nicht auch fürs Eisstockschießen nutzen könne. Der Leiter der Tourist-Information, Matthias Holzmann, musste bedauernd ablehnen; für diese Sportart werde eine Bahnlänge von 30 Metern benötigt.
Dem Einfallsreichtum im Vorstand des VfL ist es zu verdanken, dass die Bahn nun nicht nur für Schlittschuhläufer interessant ist. "Aus dem Eisstockschießen und dem Curling haben wir eine neue Sportart zusammengebastelt", freut sich Rainer Grube. Das im Alpenraum verbreitete Eisstockschießen wird auf zugefrorenen Seen ausgeübt, im Sommer auf Asphalt oder Betonflächen. Die knapp vier Kilogramm schweren Holzstöcke müssen möglichst nahe an eine Daube geschossen werden. Demgegenüber ähnelt das Curling dem Boule und dem Boccia. "Es ist seit 1998 eine olympische Disziplin", weiß Grube. Die Curlingsteine sind aus Granit und haben einen Griff.
Bei Omas Wärmflaschen-Curling versuchen zwei Mannschaften aus zwei bis sechs Spielern, jeweils sechs Bettwärmer von der Abspielstelle möglichste nahe am Nachttopf zu platzieren. Der ist ebenfalls mit Beton ausgegossen und in seiner Mitte flackert eine Kerze. Seine Henkel wurden schon Opfer rasanter Wärmflaschen. "Das ist keine ernste Disziplin, es soll einfach nur Spaß machen", sagt Grube. Und das funktioniert offensichtlich. Nicht nur Erwachsene haben ihre Gaudi, auch viele Kinder schicken die Bettwärmer aufs Glatteis. Die Brüder Dardan (13) und Indir (9) aus Traben-Trarbach haben einen Riesenspaß, lässig schwenken sie die gewichtigen Wärmflaschen in ihren Händen. Ihre Schwester Anita (10) zieht hingegen den Beobachterposten vor.
Ganz locker wolle man auch die offenen Stadtmeisterschaften am Mittwoch, 2. Januar, um 19.30 Uhr angehen, sagt Rainer Grube. Jeder kann mitmachen, die Teilnahme ist kostenlos und es winken sogar ein Wanderpokal und weitere kleine Preise.
Extra

Der Verein für Leibesübungen 1861 e.V. Traben-Trarbach hat zurzeit fast 1000 Mitglieder. 36 Übungsleiter betreuen die zehn Abteilungen Badminton, Boule, Inline, Fechten, Karate, Leichtathletik, Radsport, Turnen, Volleyball und Tischtennis. Seit 1996 betreibt der Verein überdies die Gruppen Herzsport und Sport nach Krebs. gkb Weitere Informationen unter vfl-traben-trarbach.de oder beim 1. Vorsitzenden, Rainer Grube, Telefon 06541-4768. .