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Hilfe für Behinderte in Indien

Engagierte Mitglieder mit einem Plakat, das eines der behinderten Kinder zeigt, die dort betreut werden. TV-Foto: Ursula Schmieder
Engagierte Mitglieder mit einem Plakat, das eines der behinderten Kinder zeigt, die dort betreut werden. TV-Foto: Ursula Schmieder
Lieser/Maring-Noviand. Eine Sozialstation, in der Kinder mit Handicap betreut werden, ist der erste Baustein eines ambitionierten Hilfsprojektes. Der Verein Klein-Bethlehem will in Indien ein Kinderdorf - auch für Waisen und Straßenkinder - realisieren. Ursula Schmieder

Lieser/Maring-Noviand. 50 000 Euro für behinderte Kinder in Indien hat der Verein Klein Bethlehem innerhalb von sieben Jahren überwiesen. Ermöglicht haben das Benefizveranstaltungen, Spenden wie von der Wintricher Passionsspielgemeinschaft, Vorträge und Mitgliedsbeiträge. Das Geld floss in Hilfsmittel wie Rollstühle und nun sogar in einen Neubau, eine Art Sozialstation, in der 45 behinderte Kinder regelmäßig betreut werden.
Initiiert hat die Vereinsgründung Pater Saji Thomas, der 2005 seinen Dienst im Dekanat Bernkastel antrat. Inzwischen arbeitet der Pater der Little Flower Kongregation, eines großen indischen Ordens, zwar in Koblenz, aber für den mit seinen Brüdern kooperierenden Verein setzt er sich weiter ein.
Das gemeinsame Vorzeigeprojekt in Karur Tamilnadu ist der erste Baustein eines größeren Vorhabens. Geplant ist ein ganzes Kinderdorf, ein Heim für Behinderte, Waisen- und später auch für Straßenkinder und Jugendliche. Es soll rings um die Sozialstation entstehen, die gegenüber einer großen Schule des Ordens errichtet wurde und in der Mediziner die Kinder kostenlos untersuchen. Der Verein will dort künftig angestellte Therapeuten beschäftigen. Der Vorsitzende Uwe Wennemann geht davon aus, dass das schon mit jährlich verfügbaren 5000 Euro machbar wäre.
Er und seine Mitstreiter sehen sich daher praktisch nach wie vor am Anfang ihres Engagements. Denn noch haben sie nicht das Geld, um Physio- oder Sprachtherapien einzustellen, bedauern Hedwig Langbein und Regina Wahsweiler. Außerdem brauchten sie weiterhin Geld für Hilfsmittel wie Rollstühle, Gehstützen, Arm- und Bein-Schienen, Inhalations- und Trainingsgeräte, die sie vorzugsweise in Indien kaufen und an Bedürftige ausleihen. Laut Wennemann ist das Betreuungszentrum mit einem Einzugsgebiet in der Größe von Rheinland-Pfalz einmalig vor Ort. Etwa 900 Menschen hätten sich bemüht, dort aufgenommen zu werden, weshalb nach strengen Kriterien ausgewählt worden sei. Alle Antragsteller seien vorher von drei verschiedenen Ärzten untersucht worden.
Wennemann hat dieser Tage die Nachfolge des erkrankten Peter Junk aus Kesten angetreten. Als Vater zweier behinderter Kinder hat Junk die Angebote des DRK-Sozialwerks Bernkastel-Wittlich, das dem Verein als Vorbild dient, zu schätzen gelernt. Als seine Kinder geboren wurden, waren Familien noch auf sich alleine gestellt. Heute hingegen würden sie "als Mensch akzeptiert und gut betreut".Extra

Name: Klein-Bethlehem e.V. Gründung: 17. Januar 2008 in Maring-Noviand. Mitgliederzahl: 52. Vorstand/Kontakt: Vorsitzender Uwe Wennemann (Telefon 06531/2018639), zweite Vorsitzende Klara Ehlen, Kassiererin Hedwig Langbein, Beisitzer Hermann Hower (06535/1523) und Regina Wahsweiler (06574/94780), Kassenprüfer Klaus Schweisel. Mehr Infos: www.klein-bethlehem.de, Peter Junk (06535/523). Spendenkonto: IBAN DE66 5876 0954 0006 0527 92, BIC GENODED1WTL bei Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG. Über den Verein können auch Patenschaften für nicht behinderte Schüler des indischen Ordens vermittelt werden. urs