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Zeltingen-Rachtig
Feier für alle zum Lückenschluss zwischen Hunsrück und Eifel

FOTO: TV / Eltges, Stefanie
Zeltingen-Rachtig. Der 13. und letzte Schub des Hochmoselübergangs wird an diesem Freitag beendet und mit zahlreichen Gästen gefeiert. Auch Zuschauer sind dazu eingeladen. Von Petra Willems
Petra Willems

Ein Riesenprojekt geht mit riesigen Schritten dem Ende zu: An diesem Freitag endet der 13. und letzte Verschub der Hochmoselbrücke. Und das wird gefeiert: Ab 14.30 Uhr halten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing ihre Ansprachen, bevor die letzten Dezimeter des 1,7 Kilometer langen Stahlüberbaus eingeschoben werden.

Und so ist es fast wie beim Public Viewing während eines großen Fußballturniers: Die einzigartige Aktion wird auf Großbildleinwand übertragen. Bildschirmpräsentationen lassen die Bauzeit des gigantischen Bauwerks Revue passieren. Dazu ist auch die Bevölkerung eingeladen, die das Ganze live vor Ort verfolgen kann. Im Anschluss an den „Brückenschlag“ folgt ein kleiner Umtrunk.

Zuschauer können über die im Bau befindliche Neubautrasse vom Verteilerkreis nordwestlich von Platten bis vor den Landschaftstunnel fahren. Die letzten 200 Meter müssen sie dabei zu Fuß bewältigen. Bei der Anreise müssen sie beachten, dass sie aus westlicher Richtung möglichst über die vierstreifige B 50 vom Autobahnkreuz A1/A60/B50 fahren, da parallel zum Brückenschlag die Deutschland-Tour durch die Region fahren wird (der TV berichtete mehrfach), was zu Verkehrsbeeinträchtigungen führen wird (siehe Grafik).

Die Hochmoselbrücke ist ein Bauwerk der Superlative: Unter ihr hätte sogar der Kölner Dom Platz. Das Bauwerk ist Teil einer Strecke, mit der die großen Nordseehäfen in Belgien und den Niederlanden sowie die dortigen Ballungsräume mit dem Rhein-Main-Gebiet verbunden werden. Für die Menschen und Unternehmen in der Region Wittlich, an der Mosel und im Hunsrück werden so viele Wege kürzer.

Das Projekt zählt zu den wichtigsten großräumigen Verkehrsprojekten bundesweit. Die Planungen für diese Verbindung begannen bereits 1968. Damals war die A 60  als durchgehende Autobahn vorgesehen. Sie sollte zwischen Steinebrück (Our) an der belgischen Staatsgrenze und dem Raum Bad Kreuznach/Bingen verlaufen. Es folgten drei Jahrzehnte kontinuierlicher Planungsarbeit, während der verschiedene Streckenvarianten erwogen wurden.

Die Kosten des Großprojekts wurden zuletzt mit 483 Millionen Euro beziffert. Seit 2004 sind die Ausgaben für den Hochmoselübergang um mehr als 70 Prozent gestiegen. Allein rund 35 Millionen Euro davon entfallen auf Ausgleichsmaßnahmen.

Nicht nur aus umwelttechnischer Sicht ist das gigantische Bauwerk umstritten. Brückengegner wehren sich bis heute erfolglos gegen den Bau, der das Moseltal aus ihrer Sicht unnötig verschandelt. Auch die Frage, ob der Standort mit seinem schwierigen geologischen Untergrund überhaupt geeignet ist, sorgte für reichlich Schlagzeilen.

Nutzen können die Verkehrsteilnehmer die Brücke voraussichtlich erst 2019. Das Bauwerk muss unter anderem noch abgedichtet und asphaltiert werden. Ursprünglich war der Plan, die Trasse 2016 fertigzustellen.