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Hochwertiges "Futter" ist ein Muss

Dieter Lausberg, hier mit seinem Vater Engelbert Lausberg, sieht in der Biogasanlage am Monzelfelder Schellenhof auch die Sicherung seiner Existenz. TV-Foto: Ursula Schmieder
Dieter Lausberg, hier mit seinem Vater Engelbert Lausberg, sieht in der Biogasanlage am Monzelfelder Schellenhof auch die Sicherung seiner Existenz. TV-Foto: Ursula Schmieder
Rund ein Jahr, nachdem sie in Monzelfeld eine Biogasanlage in Betrieb genommen haben, sind deren Betreiber von ihrer Entscheidung überzeugt. Von unserer Mitarbeiterin Ursula Schmieder

Monzelfeld. Wer aus Richtung Morbach nach Monzelfeld fährt, kann sie eigentlich nicht übersehen. Die Gärbehälter der vor einem Jahr neben dem Schellenhof in Betrieb gegangenen Biogasanlage sind schon von weitem zu erkennen. Die Anlage einer Betreibergesellschaft, der Hof-Junior Dieter Lausberg angehört, steht unmittelbar an der Landesstraße nach Bernkastel-Kues. Laut Lausberg benötigt die 500-Kilowatt-Anlage pro Tag einen reinen Material-Einsatz von rund 27 Tonnen. Dieser setzt sich zusammen aus Mais und gehäckselten Getreidepflanzen sowie zu etwa 20 Prozent aus witterungsunabhängig zur Verfügung stehendem Gras. Außerdem werden in der Anlage Gülle und Mist verwertet. Und zwar sämtliche Mengen, die im Betrieb mit Viehwirtschaft und Ackerbau anfallen. Unterm Strich mache das allerdings einen verschwindend geringen Anteil des gesamten Materials aus, erklärt Lausberg. Die Hauptmaterialien stammen nicht nur vom Anbau auf eigenen oder angepachteten Flächen, sondern werden teils aus einem Umkreis von etwa zehn Kilometern auch von anderen Landwirten angefahren.Der erzeugte Strom wird laut Lausberg derzeit komplett ins öffentliche Netz eingespeist. Der Kreislauf funktioniere gut, macht er auf den Vorteil aufmerksam, dass der Strom teurer verkauft als bezogen wird. Die über die Anlage anfallende Wärme bleibt hingegen vorerst ungenutzt. Es gebe da viele Möglichkeiten, erläutert Lausberg. Eine davon ist die Einspeisung in ein Nahwärmenetz. Für die Gemeinde Monzelfeld könnte das bei der Erschließung des neuen Baugebietes von Interesse sein. "Wir haben soviel Wärme, dass wir den größten Teil von Monzelfeld damit versorgen könnten." Außerdem sei die Wärmenutzung "eigentlich ein Muss" für die langfristige Rentabilität der Anlage.Für den Endverbraucher werde es mit einem solchen Wärmenetz in jedem Fall günstiger, ist Lausbergs Vater Engelbert überzeugt. Der Senior ist Gesellschafter des landwirtschaftlichen Betriebes, der das Grundstück für die Biogasanlage bereitstellt. In der Betreibergesellschaft ist er nicht mit drin. Die Anlage sei bewusst so konzipiert, dass es einerseits die Biogasanlage gebe und andererseits den landwirtschaftlichen Betrieb, der die Voraussetzung für den Betrieb der Anlage biete. Und diese Konstellation solle auch beibehalten werden. Vom Erfolg des Konzeptes sind Vater und Sohn gleichermaßen überzeugt. "Die Anlage läuft immer nur so gut, wie man sich drum kümmert", steht für den Junior fest, der in der Biogasproduktion eine Existenzsicherung sieht. Die Qualität des "Futters" müsse zum Beispiel stets ebenso hochwertig sein, wie das für die Milchkühe: "Man kann nur Erfolg haben, wenn man dahinter steht."