| 21:07 Uhr

Hoffnung und Balance

Ministerpräsident Kurt Beck (rechts) mit dem SPD-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Günter Rösch beim Neujahrsempfang der Kreis-SPD in Piesport.Foto: Ursula Schmieder
Ministerpräsident Kurt Beck (rechts) mit dem SPD-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Günter Rösch beim Neujahrsempfang der Kreis-SPD in Piesport.Foto: Ursula Schmieder
PIESPORT. Begleitet von klassischer Musik und optimistischen Perspektiven von Ministerpräsident Kurt Beck startete die Kreis-SPD ins neue Jahr. ARRAY(0x37ecaa00)

Eine Stunde nach dem offiziellen Start erreicht die Spannung in der Piesporter Moseltalhalle ihren Höhepunkt. Die Winzerkapelle "Moselloreley Piesport" und Horst Lorig, Bassbariton am Trierer Stadttheater, sind kaum verstummt, da blicken rund 550 Augenpaare dem Ehrengast des Abends entgegen, Ministerpräsident Kurt Beck. Quasi auf der Durchreise von einem Termin in Trier eilt er mit großen Schritten und begleitet vom Applaus der Versammelten herbei. An seiner Seite Josef Peter Mertes, Präsident der Trierer Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. Ein strahlendes Hallo hier, ein kurzes Händeschütteln dort und schon strebt der Landeschef - gestärkt von einem Schlückchen Moselwein - gen Podium. Denn die Zeit ist knapp in diesen Vorwahl-Tagen. Daher startet Beck gleich durch, spricht von den "Werten", die das Leben ausmachen, und vom "Wertegerüst". Wichtig sei aber, wieder Hoffnung zu schöpfen: "Mit Düstersehen ist noch nie ein Problem gelöst worden." Doch viele sorgten sich, wozu es führe, sich dem internationalen Wettbewerb auszusetzen, der mehr Instabilität bedeute, oder, dass Menschen zu Kostenfaktoren in rein ökonomischem Sinne gemacht werden. Daher sollten sich alle wieder darauf zu besinnen, "dass Menschen eben mehr sind als nur funktionierende Wesen". Zu Wettbewerbsfähigkeit gehöre mehr. So etwa die gute unternehmerische Idee mit Mitarbeitern, die diese umzusetzen, und der Standort. "Man hat also auch eine Verantwortung für die Gemeinschaft", sagte Beck. Er sehe jedoch eine Chance, dieses Denken, das sich nur an Wirtschaftlichem orientiere, wieder "in eine vernünftige Balance" zu bringen. Das sei auch ein Gebot der Vernunft für den Export-Weltmeister mit der vorsichtigen Binnennachfrage. Denn, so Beck: "Wenn wir ständig Misstrauen säen, dann werden wir das Vertrauen nicht voranbringen." Zwei Antworten auf die vielen sich stellenden Fragen seien für ihn aber inakzeptabel. Und zwar die Aufgabe des solidarischen Systems und der Ruf nach der individuellen Lösung des Einzelnen: "Lassen Sie uns dafür ringen, dass wir die Balance halten können, aber am Kern unseres Sozialstaats festhalten."