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Infrastruktur
Ab 1. Oktober ist der Burgbergtunnel zu

Bernkastel-Kues. Der Bau einer Fluchtröhre und die Erneuerung der Sicherheitstechnik dauern im ersten Schritt bis Juni 2019. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Jetzt ist es amtlich: Am 1. Oktober wird der Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues gesperrt. Nicht für ein paar Tage oder Wochen sondern in einem ersten Schritt für neun Monate. Ab November 2019 wiederholt sich das. Dann aber nur bis Februar 2020. In den zwei Sperrphasen wird in dem 555 Meter langen Tunnel eine Fluchtröhre gebaut (der TV berichtete mehrfach). Außerdem wird die Technik des 1997 eröffneten Bauwerks auf den neuesten Stand gebracht. Die Baukosten sind mit 6,8 Millionen Euro veranschlagt.

Wie berichtet,  gibt es seit Jahren eine Vorgabe der EU. Auslöser waren Brandkatastrophen in mehreren Tunneln in den Alpen. Danach müssen Röhren mit einer Länge von mehr als 400 Metern in regelmäßigen Abständen über Notausgänge verfügen. Im Burgbergtunnel gibt es die bisher nicht.

Nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier werden auch die technischen Standards in dem Bauwerk verbessert. Die derzeitige Ausstattung entspreche dem Standard von 1997, sagt Diplom-Ingenieur Guido Bauer.

„Sie genügt nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen. Die Technik ist insgesamt veraltet“, erläutert der Experte.  Die Verbesserungen beträfen unter anderem die Notruf- und Löschwassernischen, die Entwässerungsleitungen, die Rauchdetektoren, die Lüftungsanlage und den Tunnelfunk.

Der Beginn der Sperrung fällt in die Zeit, in der an der Mosel und damit auch in Bernkastel-Kues noch Hochsaison ist. „Wir hinken aber schon lange hinter dem Zeitplan her“, sagt Burkhard Born (Keisverwaltung Bernkastel-Wittlich). Der Kreis ist Träger der Arbeiten und übernimmt zwölf Prozent der Kosten. Den Rest zahlt das Land. Das Weinfest Anfang September sei das Kriterium gewesen nicht noch früher zu beginnen.  Er könne den Unmut mancher Leute zwar verstehen. „Aber irgendwann müssen wir anfangen.“

Irgendetwas sei immer los. Ende November beginne zum Beispiel in Bernkastel-Kues der Weihnachtsmarkt. Born: „Die Baufirmen brauchten aber gerade zu Beginn der Arbeiten gutes Wetter.“ Es gibt auch die Meinung, die Arbeiten hätten bis zur Inbetriebnahme des Hochmoselübegangs bei Zeltingen-Rachtig verschoben werden können. Der Verkehr der später dort fließe, habe aber nur wenige Auswirkungen auf den Tunnel, sagt Burkhard Born.

Die Verkehrsteilnehmer die bisher den Tunnel nutzen, müssen nicht viel über Ausweichstrecken nachdenken, denn es gibt nur eine sinnvolle. Sie führt über die L 158, die so genannte Kaffeestraße, zwischen Mülheim und dem Blockhaus bei Longkamp/Gonzerath.

Ein positiver Aspekt:  Die Ampel an der moselseitigen Ein- und Ausfahrt des Tunnels kann während der Bauarbeiten weitgehend ausgeschaltet werden. Durch die Zeittaktung kommt es dort öfter aus Richtung Andel zu längeren Rückstaus.