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Verkehr
Wenig Interesse an fünftem Kreisel

Wo die Autos fahren, könnte ein Kreisel entstehen. Die Politiker haben einen anderen Wunsch.
Wo die Autos fahren, könnte ein Kreisel entstehen. Die Politiker haben einen anderen Wunsch. FOTO: TV / Clemens Beckmann
Bernkastel-Kues. Die Bernkastel-Kueser Politiker suchen nach einer kostengünstigeren Lösung für das stark frequentierte Gewerbegebiet. Der Polizeichef ist ein Befürworter des Kreisverkehrs.

8000 Euro haben oder nicht haben: Das macht für Otto Normalverbraucher schon einen Unterschied. Und wie sieht das bei den Kommunen aus, die ja generell nicht auf Rosen gebettet sind? „Wir schauen auch darauf, wo wir Geld sparen können“, sagt der Bernkastel-Kueser Stadtbürgermeister Wolfgang Port. In diesem speziellen Fall geht es um die Frage, ob im Gewerbegebiet im Stadtteil Kues ein Kreisel gebaut werden soll.

Bei einer Verkehrsschau ist das Gespräch darauf gekommen. Es geht um den Bereich am Zylinderhaus – dort, wo die Adolf-Kolping-Straße auf die Gewerbestraße stößt. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sei ein Kreisel nicht zwingend notwendig, sagt Klaus Herrmann, Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues. Aber: „Das ist eine große Fläche. Da gilt zwar rechts vor links. Aber es ist den Verkehrsteilnehmern nicht immer klar, wer dran ist.“ Und es gebe immer noch nicht mehr gültige Markierungen auf der Fahrbahn, die die Verkehrsteilnehmer verwirren könnten.

Zurück zum Geld: Darum geht es im Hauptausschuss der Stadt. Wenn die Umsetzungen mit ein paar Markierungen zu machen ist, dürfte das Projekt nicht so viel Geld kosten, heißt es dort. Einige Mitglieder, zum Beispiel Alfred Port (FDP) und Gertrud Weydert (Grüne) befürworten die Umsetzung, andere, wie Robert Wies (FDP) widersprechen. Es gebe Kreuzungen, die viel mehr Probleme aufwerfen, sagt er.

„Ist es uns das wert“, fragt Stadtbürgermeister Port mit Blick auf die Kosten. Einige Ausschussmitglieder wünschen sich den früheren Zustand. Da gab es eine abknickende Vorfahrt, die niemanden vor Probleme stellte. Das sei doch gut gelaufen, sagt Frank Hoffmann (CDU). Ihm erschließe sich sowieso nicht, warum diese Regelung geändert wurde.

Für Polizist Klaus Herrmann steht fest, dass die Umsetzung nicht mit ein paar Markierungen zu machen ist. Da müssten in dem breiten Bereich einige Schwellen installiert werden, damit die Fahrer auch auf den richtigen Weg gelenkt werden. Er sei ein Befürworter von Kreiseln. In Bernkastel-Kues gibt es schon mehrere davon (siehe Info). „Sie haben sich bewährt“, sagt der Polizist.

Der Hauptausschuss ringt sich nicht zu einem Beschluss für einen Kreisverkehr durch. Stattdessen soll die Verwaltung prüfen, ob es nicht eine kostengünstigere Regelung gibt.