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Im Tatort heißt sie Dullenkopf

Barbara Philipp (vorne) als Gisela Dullenkopf im Tatort „Kassensturz“. Foto: SWR/Krause/Burberg
Barbara Philipp (vorne) als Gisela Dullenkopf im Tatort „Kassensturz“. Foto: SWR/Krause/Burberg
Sie war für den deutschen Fernsehpreis nominiert, stand im für fünf Oscars nominierten Film "Der Vorleser" mit Kate Winslet in einer kleinen Kostümrolle vor der Kamera, und sie spielt Gisela Dullenkopf im Tatort "Kassensturz", der am morgigen Sonntag ausgestrahlt wird: die gebürtige Wittlicherin Barbara Philipp.

Wittlich/Berlin. (sos) "Es gab in den 50er Jahren keine Schnittchen!" - Der Mann, der das zur Kellnerin sagt, ist Statist. Die Kellnerin heißt im wahren Leben Barbara Philipp und klärt den Herrn, der ja eigentlich eine stumme Figur spielen soll, kurz auf: "Das muss jetzt aber so sein." Der Statist allerdings heißt im wahren Leben Bernhard Schlink. Er ist der Autor des Romans "Der Vorleser". Der wird verfilmt, verfilmt eben mit der kleinen Kellnerszene in einem Biergarten. Kate Winslet spielt auch mit und Nachwuchsstar David Kross. Barbara Philipp hatte dort eine kleine Nebenrolle und lacht jetzt über ihre private Szene mit dem berühmten Autor. Sie freut sich über all die persönlichen Begegnungen, die dieser Job mit sich brachte: "Bei einem Film in der Größenordnung dabei zu sein, ist einfach super. Mit Kate Winslet saß ich zwei Stunden in der Maske, die ist toll. Unprätentiös, arbeitet wahnsinnig konzentriert, ist völlig unzickig und sehr nett." Auch der Regisseur Stephen Daldry sei "ein absolutes Herz", nicht nur weil er davon absah, Barbara Philipp als "Frau in Uniform" zu buchen. "Jetzt habe ich eine lustige Dirndlrolle, eine richtige Kostümrolle. Auch wenn es nur ein kleiner Auftritt ist, das hat total viel Spaß gemacht."

Froh ist die Wahlberlinerin mit dem "Spielalter zwischen Anfang 30 und Ende 40 Jahre" auch über die Arbeit für den Tatort "Kassensturz", der am Sonntag ausgestrahlt wird. Nicht nur, weil sie beide Seiten des "Traumjobs Schauspieler" kennt: "Wenn es gut läuft, ist es wunderbar, wenn man an Türen kratzen muss, ist es furchtbar."

Im Tatort ist sie Gisela Dullenkopf, Verkäuferin im Discounter "Billy", die sich für einen Betriebsrat einsetzen will. Der Gebietsleiter der Kette ist als Leiche auf einer Müllkippe gelandet, für Mitarbeiterrechte hatte er nicht viel übrig.

"Die Tatort-Reihe greift ernste, aktuelle Themen auf und gibt auch jungen Regisseuren die Chance, etwas auszuprobieren. Das finde ich gut am Tatort, der ja eine Renommierkiste ist. Er ist nicht so weichgespült wie andere Produktionen ", sagt Barbara Philipp. Wer sie beruflich wiedersehen will, kann das am Sonntag zuhause, ab 20.15 Uhr in der ARD.

Bleibt noch die Frage: Was wünscht sich die Schauspielerin beruflich? "Mehr komische Sachen. Ich heule ja in jedem Film, weil ich so gut weinen kann." Da muss sie selbst lachen, und auf die Frage, ob sie schon mal beim Wittlicher Säubrennerspiel mitgemacht hat: "Nee, da wurde ich noch nie gecastet. Vielleicht bin ich zu teuer!"