| 07:45 Uhr

Infrastruktur
Straßenbau bestimmt die nächsten Jahre

Ehrgeizige Aufgabe: Die Moselstraße in Traben-Trarbach soll eine Flanierzone werden
Ehrgeizige Aufgabe: Die Moselstraße in Traben-Trarbach soll eine Flanierzone werden FOTO: klaus kimmling
Traben-Trarbach. Die Moselstraße in Trarbach soll nach der Sanierung zum Flanieren einladen. Das Gesamtprojekt in der Altstadt ist auf vier Jahre angesetzt. In der Schottstraße fällt November der Startschuss. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Zurzeit werden im Stadtteil Traben einige der Hauptdurchgangsstraßen saniert. Dazu wird auch die Brücke von einigen Schäden befreit (der TV berichtete). Diese Arbeiten werden noch einige Monate in Anspruch nehmen. Doch dieser Aufwand dürfte nichts sein gegen das, was sich dann in der Folgezeit in Trarbach abspielen wird. Der Stadtteil soll in einer Bauzeit von etwa vier Jahren auf einen verkehrstechnisch besseren Stand gebracht werden.

Noch in diesem Jahr sollen dort die Ausbau-und Sanierungsarbeiten in der Schottstraße (L190) beginnen. Sie führt vom Markt  in Richtung Irmenach.  Nach Auskunft von Bauamtsleiter Frank Thullen ist der Beginn für den 5. November geplant. Der erste Abschnitt umfasse die Strecke zwischen Markt und dem Getränkehandel Krempel.

Eine Besonderheit für die Anwohner: Für sie wird am Moselufer ein Parkplatz eingerichtet, auf dem sie kostenlos ihre Fahrzeuge abstellen können. Das sei zwar nicht direkt vor der Haustür, aber anders gehe es nicht, betont Stadtbürgermeister Patrice Langer in der Sitzung des Sanierungs-, Bau- und Stadtentwicklungsausschusses.

Der erste Schritt dahin: „Wir werden eruieren, wieviele Anwohner dort wieviele Autos haben“, erläutert Bauamtsleiter Thullen. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) werde dann eine Planung vornehmen.

Noch in diesem Jahr soll auch auf der L 187 mit den Arbeiten begonnen werden – und zwar im  Bereich Weiherstraße/Weihertorplatz. Angesetzt sind sie von Oktober bis November 2019. Sukzessive werden die Bautrupps dann weiterziehen. In der Moselstraße werden sie voraussichtlich von November 2020 bis September 2022 beschäftigt sein, in der Grabenstraße von März 2022 bis April 2023.

Doch das ist noch nicht alles: In den nächsten Wochen soll der Ausbau des Kirchplatzes beginnen und bis November dauern. Davon ist allerdings der Verkehr nicht betroffen. Und dann steht noch ein ganz großes Projekt an: die Umgestaltung des sogenannten Blockbereichs. Der mehrstöckige Bau hinter der VG-Verwaltung ist mittlerweile vollständig abgerissen worden. Was die Lücke füllen wird, steht aber noch nicht fest. Dazu wird es einen Architektenwettbewerb geben (der TV berichtete).

Eine Möglichkeit: ein Anbau für die VG-Verwaltung. Es ist aber auch ein Wunsch vieler Bürger den freien Platz nicht wieder vollständig zu bebauen. Mehr Luft und mehr Licht für die Altstadt: Das ist ein Leitspruch der Bürgerinitiative (BI) „Leben in Trarbach“.

Einer der Schritte: Der Personal- und Raumbedarf der VG-Verwaltung, die derzeit auf mehrere Standorte verteilt ist, wird ermittelt. So ganz schnell wird sich das Bild im Bereich der Verwaltung aber nicht ändern. Baubeginn könnte im Frühjahr 2023 sein, heißt es in der Sitzung. Das Rathaus soll auch optisch aufgewertet werden.

Ein Schwerpunkt der Arbeiten wird die Moselstraße sein – ein Nadelöhr. Durch die Einbahnstraße fließt noch immer ein großer Teil des Schwerlastverkehrs aus Richtung Hunsrück in die Stadt. Ziel sind meist die großen Firmen und das Gewerbegebiet Mont Royal auf der anderen Moselseite.

Diplom-Ingenieur Roland Kettering (BBP-Stadtplanung, Kaiserslautern) stellt die Pläne vor. Danach soll die Einkaufsstraße zukünftig mehr Platz für Fußgänger und Kunden der Geschäfte bekommen. Die Fahrbahn hätte dann eine Breite von etwa 3,30 Metern. Für die Passanten sei auf jeder Seite fast zwei Meter Platz. Die Fahrbahn werde mit Pollern von den Gehwegen abgetrennt. Das sei aber noch nicht festgeschrieben.

Eine weitere Veränderung: Es wird in diesem Bereich nur noch ein oder zwei Kurzzeitparkplätze geben. „Die Moselstraße ist schwierig“, erläutert Kettering. „Es ist deshalb eine Zukunftsaufgabe einen guten Parkplatz zu haben“. Den zu finden dürfte aber auch nicht leicht sein.

Für Kettering gilt: „Die Moselstraße ist eher etwas zum Flanieren.“ Mit der schon weitgehend verkehrsfreien Brückenstraße, dem Kirchplatz und dem umgestalteten Platz an der VG-Verwaltung könnte Trarbach an Attraktivität gewinnen, sagt er.  Der Diplom-Ingenieur weiß, dass da viel auf die Bürger zukommt, und es Diskussionen geben wird. „Wir müssen aber umdenken“, fordert er. „Das ist nicht leicht“, fügt er an. Aber: „Die Leute sollen gut laufen können. Fahren ist nicht so wichtig.“

Für Ausschussmitglied Gerhard Lettl, der auch in der BI aktiv ist, gibt es eine Grundvoraussetzung: „Das geht alles nur, wenn der Schwerlastverkehr draußen ist.“ Da der während der Bauphase auch schon draußen bleiben soll, können auf den Umleitungsstrecken schon Erfahrungen gesammelt werden.