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Jugend bleibt am Ball

Sport und Spaß: Streetball ist bei den Jugendlichen beliebt.Foto: Ursula Schmieder
Sport und Spaß: Streetball ist bei den Jugendlichen beliebt.Foto: Ursula Schmieder
KINDERBEUERN. (urs) Der Jugendraum Alftal hatte mit einem Streetball-Turnier zum Tag der offenen Tür eingeladen. Der Andrang von Jugendlichen aller Altersklassen war beeindruckend.

"Das macht voll Bock hier auf dem Platz!" Die strahlende Miene von Kevin Duschl sprach Bände. Rund 40 weitere Streetball-Fans tobten mit ihm auf dem Hof des Jugendraums Alftal herum. Darunter seine beiden Team-Chef-Kollegen von der Mannschaft "Fifty Five". "Ich bin öfters hier auf dem alten Schulhof", erzählte der elf Jahre alte Jens. Beispielsweise um "21" zu spielen, ein Wurfspiel. Der zehnjährige Jim aus Hetzhof spielt mal gerne eine Billardpartie. Mehr als 60 Kinder und Jugendliche waren gekommen. Eine Zahl, die für die Qualität der Angebote des beliebten Treffpunkts spricht, der Anregungen für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung geben will. Die Möglichkeiten sind vielfältig und schließen Internet-, Bastel- oder Kinderspielnachmittage ebenso ein wie Videoabende, Gospelkonzerte oder Wanderungen. Nicht weniger beeindruckt der Jugendraum selbst, der sich allen Unkenrufen zum Trotz nach wie vor in einem tadellosen Zustand präsentiert. Einschließlich des von den Jugendlichen selbst ausgeführten Innenausbaus und einer selbst gestalteten Graffiti-Wand. Damit das so bleibt, wurden klare Regeln aufgestellt. Um deren Einhaltung kümmert sich das 20-köpfige Team "Jugendraum Alftal" und ein etwa ebenso stark besetzter Arbeitskreis.Brückenfunktion zwischen Kirche und Kommune

In diesem kommen Mitglieder von Pfarrgemeinderat und Gemeinderat sowie Eltern zusammen, um Aktionen oder Programme auf die Beine zu stellen. "Wir hatten noch nie Probleme", berichtet Marita Steffens, Mutter und Betreuerin im Jugendraum und bei Ferienfreizeiten. Ein Hauptanliegen von Armin Surkus-Anzenhofer ist, "dass die Jugendlichen sich motiviert fühlen, hierher zu kommen." Der Pastoralreferent für das Dekanat Traben-Trarbach ist seit fünf Jahren zuständig für Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. Seine Aufgabe sieht er in einer "Brückenfunktion Kirche - Kommune", die ihm persönlich sehr am Herzen liegt. Dank des Jugendraums sei ein ganz unkomplizierter Kontakt möglich. So kommen zu den Arbeitskreis-Sitzungen neben den Mitgliedern auch Bürgermeister, Vereine und Jugendliche. Unabhängig von Aktionen wie Streetball oder Wochenendangeboten, steht der Raum zweimal die Woche, im Sommer einmal, allen offen. Allerdings verlangt eine der Regeln, dass zwischen 19 bis 21.30 Uhr wenigstens einer der Betreuer 18 Jahre sein muss. Surkus-Anzenhofer: "Es muss auch ‚unverzweckte‘ Räume geben, in denen die Jugendlichen auch mal abhängen dürfen." Das über alle Altersstufen offensichtliche starke Interesse am vierten Streetball-Turnier scheint das Konzept zu bestätigen. "Ich bin beeindruckt", meinte Karin Beerbohm, von der Polizeiinspektion Wittlich, Mitveranstalter des ersten Turniers. Die Jugendsachbearbeiterin hatte nach Feierabend mal vorbei geschaut. Eigentlich hat sie mehr mit straffällig gewordenen Jugendlichen zu tun und dabei die Erfahrung gemacht, dass diese oft einfach nicht wüssten, was sie mit ihrer Freizeit anfangen sollen. "Deshalb finde ich solche Veranstaltungen unheimlich wichtig", lobte sie das Engagement.