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Jungweinprobe erstmals fest in Frauenhand

Fest in Frauenhand ist die diesjährige Kommentierung der Jungweinprobe in Traben-Trarbach. Ulrike Boor, Anke Eggert, Conni Storck und Michaela Emert (von links) freuen sich auf diese Aufgabe. Die fünfte im Bunde, nicht auf dem Bild, ist Birgit Trossen. Foto: Gerda Knorrn-Belitz
Fest in Frauenhand ist die diesjährige Kommentierung der Jungweinprobe in Traben-Trarbach. Ulrike Boor, Anke Eggert, Conni Storck und Michaela Emert (von links) freuen sich auf diese Aufgabe. Die fünfte im Bunde, nicht auf dem Bild, ist Birgit Trossen. Foto: Gerda Knorrn-Belitz
TRABEN-TRARBACH. (GKB) Heute in einer Woche ist es wieder soweit: Am Freitag, 28. April, darf der Traben-Trarbacher Jungwein verkostet werden. Die große Weinprobe, zu der 250 Gäste erwartet werden, beginnt um 19.30 Uhr in der Lorettahalle, und erstmalig liegt die Kommentierung der edlen Tropfen fest in Frauenhand.

Seit 1980 gibt es in Traben-Trarbach Jungweinproben, und in diesem Jahr werden fünf Ehefrauen von Winzern die Weine aus zwölf Weingütern der Stadt charakterisieren und dem Genießer die Sinne und die Geschmackspapillen öffnen. Ulrike Boor, Anke Eggert, Michaela Emert, Conni Storck und Birgit Trossen haben sich auf ihre Aufgabe gut vorbereitet, und natürlich stehen ihnen bei der Vorprobe die Winzer mit Rat und Tat zur Seite. "Eine korrekte und gute Kommentierung entsteht immer im Dialog", sagen sie, als sie in der Straußwirtschaft Caspari in Klausur gehen, und schmunzelnd ergänzen sie: "Wir werden auf das hören, was die Frauen sagen". Vor vier Wochen hatten sie die Qual der Wahl, 60 Weine wurden blind verkostet, die besten 38 ausgesucht und nun geht es zur Sache. Ein Wein nach dem anderen steht noch einmal auf dem Prüfstand, will mit allen Sinnen erfasst und anschließend charakterisiert werden. Viele Gedanken und Anregungen kreisen um die gefüllten Gläser, und alle stellen erfreut fest, dass der Wein seit der Blindverkostung vor vier Wochen noch gewonnen hat. Mit dem 2005er ist ein feiner Jahrgang heran gewachsen, und bei der Jungweinprobe bildet der Riesling den Schwerpunkt. Aber auch auf Dornfelder, Spätburgunder und Weißburgunder dürfen sich die Gäste freuen. Von trocken bis edelsüß reicht die Palette, "und jahrgangsbedingt ist der Anteil an Prädikatsweinen sehr hoch", sagt Albrecht Eggert, Vorsitzender des Winzerverbandes. Der Abend wird lang, es geht nur langsam voran bei der Vorprobe, schließlich müssen auch alle Stichworte zu den Weinen festgehalten werden. Als fruchtig und spritzig werden die ersten Weine charakterisiert, und immer wieder wird beraten, ob die Reihenfolge so bleiben oder geändert werden soll. "Pro Wein zwei bis drei Zeilen", rät Eggert für die Kommentierung, und das dürfte den Weinfreunden und Kennern im Publikum entgegen kommen. Schließlich ist die Neugier groß, und nichts ist schlimmer, als wenn endlose Charakterisierungen der Weine die Genießer auf die Folter spannen. "Kurz und bündig soll es sein", findet auch Michaela Emert. Die fünf Frauen freuen sich auf ihre Aufgabe, aber ein wenig Lampenfieber schwingt natürlich mit. Das dürfte sich jedoch schnell legen, denn der 2005er wird den kritischen Zungenschlägen des Publikums standhalten, und erfahrungsgemäß steigt und lockert sich die Stimmung bei der Jungweinprobe mit jedem Gläschen. Eintrittskarten zum Preis von zwölf Euro gibt es im Vorverkauf bei den Traben-Trarbacher Winzern und im Weinladen in der Brückenstraße.