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Kämpfer gegen Bürokratie

Bei den Vätern des Weinschiffnachbaus ist der Weinförderpreis der Ortsgemeinde Neumagen-Dhron in besten Händen. ADD-Präsident Dr. Josef Peter Mertes (Dritter von links) und Hans-Hermann Kocks, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier (Mitte), stoßen daher zuversichtlich mit Ortsbürgermeister Willi Herres, Gebietsweinkönigin Anne Mertes, Weinkönigin Cathy Luy sowie den Patenwinzern Rudi und Hildegard Lemmermeyer (von links) an. Foto: Ursula Schmieder
Bei den Vätern des Weinschiffnachbaus ist der Weinförderpreis der Ortsgemeinde Neumagen-Dhron in besten Händen. ADD-Präsident Dr. Josef Peter Mertes (Dritter von links) und Hans-Hermann Kocks, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier (Mitte), stoßen daher zuversichtlich mit Ortsbürgermeister Willi Herres, Gebietsweinkönigin Anne Mertes, Weinkönigin Cathy Luy sowie den Patenwinzern Rudi und Hildegard Lemmermeyer (von links) an. Foto: Ursula Schmieder
NEUMAGEN-DHRON. Der vierte Weinförderpreis des "Ältesten Weinorts Deutschlands" geht an zwei würdige Preisträger: die Väter des Weinschiffnachbaus, ADD-Präsident Dr. Josef Peter Mertes und Handwerkskammer-Geschäftsführer Hans-Hermann Kocks. ARRAY(0x169d38a8)

Anfangs mehr als Wunschtraum belächelt, wird er mehr und mehr Realität: der genehmigte Nachbau des Neumagener Wahrzeichens. Der vierte Weinförderpreis der Ortsgemeinde Neumagen-Dhron steht daher wohl keinem mehr zu als den beiden Vätern des Römerweinschiffs, das in naher Zukunft über die Mosel schippern soll. Ohne das geballte Engagement von Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) und Handwerkskammer (HWK) wäre ein solches Projekt wohl nie machbar gewesen. Die Preisträger, ADD-Präsident Dr. Josef Peter Mertes und HWK-Hauptgeschäftsführer Hans-Hermann Kocks, geben bei der Preisverleihung mit einer gehörigen Portion Humor Einblick in das heikle Manövrieren bis zur Bewilligung. "Die Kunst der Politik besteht darin, die Probleme zu lösen, die man selbst geschaffen hat", bilanziert Kocks den letztlich erfolgreichen "Kampf gegen die Bürokratie". Und Mertes ist überzeugt: "Die Römer hätten es niemals geschafft, mit unseren Vorschriften das Schiff auf die Mosel zu bringen." Für ihn sei dieser Schiffsbau, für dessen Realisierung auch Staatssekretär Günter Eymael zu danken sei, ein besonderes Projekt. Zumal in einer Region, mit der er sich wegen seiner aus Neumagen und Niederemmel stammenden Vorfahren verbunden fühle. Der Kontakt dürfte sich laut Ortsbürgermeister Willi Herres künftig vertiefen. Von den Preisträgern, die für ein Jahr einen Weinberg der Lage Laudamusberg samt dessen Ertrag nutzen dürfen, werde zwar nicht verlangt, diesen eigenhändig zu pflügen oder Reben aufzubinden. Darum kümmere sich Patenschaftswinzer Rudolf Lemmermeyer (Weingut Römerweinhof). Doch bei der Weinlese sollten sie schon dabei sein, ermuntert Herres die Preisträger. Der Wille scheint vorhanden, wie Kocks beim Blick auf den nahezu ebenen Weinberg zu Füßen von Steillagen erkennen lässt. Es sei sehr rücksichtsvoll, dass ein kleineres Areal ausgesucht worden sei, sagt er. Der Lohn für die Mühen ist aber nicht fern, lenkt Ortsweinkönigin Cathy Luy den Blick in die Zukunft. Sie wünscht beiden viel Freude mit "ihrem Weinberg" und ist überzeugt, dass sich "spätestens dann, wenn wir das Schiff zum ersten Mal sehen, alle Mühen gelohnt haben werden". Erster Preisträger des 1995 aus der Taufe gehobenen Weinförderpreises war das Team der SWR-Sendereihe "Der fröhliche Weinberg" (1996), gefolgt vom damaligen rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (1998) und Jean Pütz (2001 bis 2003), Wissenschaftsjournalist und Moderator der WDR-Sendereihe "Hobbythek".