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Umwelt
Kahlschlag bei Andel: Gutachter ermittelt

FOTO: TV / Hans-Peter Linz
Bernkastel-Kues/Trier. Nach der umstrittenen Rodung eines Teils des Moselufers ermitteln nun Experten die Schadenshöhe. Anfang Oktober ist mit einer Aufstellung der Kosten zu rechnen. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

Im Bernkastel-Kueser Stadtteil Andel wurde vor wenigen Wochen ein etwa 400 Meter langer Uferstreifen der Mosel gerodet. Wie sich im Nachhinein herausstellte, hatte der Ortsvorsteher Rolf Kröhner das angeordnet, weil es mehrere Beschwerden von Anwohnern und Touristen gab, die sich in ihrer Sicht beeinträchtigt fühlten (der TV berichtete mehrfach).

Die für diesen Uferbereich zuständige Behörde, das Wasserschifffahrtsamt in Trier, hatte diesen Eingriff kritisiert. Er sei ihr weder gemeldet worden, noch sei er von der Behörde genehmigt worden, erklärte Mathias Münch aus Trier. Wie Münch dem TV erläutert, gehören Flussläufe generell dem Bund.

Auch ein Teil der Uferböschung zählt in der Regel dazu. In diesem Fall ist es konkret der Abschnitt von der Mosel bis zum Radweg, der dem Bund gehört und damit in die Zuständigkeit seiner Behörde fällt. Nun geht es um die Ermittlung der Schadenshöhe. Die dafür benötigte Summe werde dann dem Verursacher in Rechnung gestellt.

„Vergangene Woche war ein Gutachter von der Bundesanstalt für Gewässerkunde vor Ort. Er ist mit uns einen Fragenkatalog durchgegangen und hat das Gelände inspiziert,“ sagt Münch. In einem weiteren Schritt werde dann eine neutrale Firma mit der Ermittlung der Schadenshöhe beauftragt.

„Anfang Oktober ist mit konkreten Zahlen zu rechnen,“ sagt Münch. Wie hoch die Summe ausfallen wird, sei noch ungewiss. Münch: „Es geht nicht nur um den Schaden, sondern auch um die Aufforstung. Manche Bäume sind möglicherweise nachhaltig geschädigt worden und müssen in den näcshten Jahren gefällt oder zurückgeschnitten werden. Zudem muss das Wachstum dann genauer beobachtet werden. Das verursacht alles Kosten.“