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Kommunalpolitik
Kampf um Bürgermeisterämter startet

Patrice Langer (Mitte) tritt wieder für das Amt als Stadtbürgermeister von Traben-Trarbach an, Beatrix Kimnach für das Ortsvorsteheramt in Wolf. Gemeindeverbandsvorsitzender Hajo Weinmann freut sich darüber.
Patrice Langer (Mitte) tritt wieder für das Amt als Stadtbürgermeister von Traben-Trarbach an, Beatrix Kimnach für das Ortsvorsteheramt in Wolf. Gemeindeverbandsvorsitzender Hajo Weinmann freut sich darüber. FOTO: Beckmann Clemens
Traben-Trarbach/Bernkastel-Kues. Traben-Trarbacher SPD will Wiederwahl von Patrice Langer. In Bernkastel-Kues meldet Wolfgang Port Anspruch an. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Es sind noch gut acht Monate bis zum 26. Mai 2019. An diesem Tag werden in Rheinland-Pfalz die Komunalparlamente und die ehrenamtlichen Bürgermeister neu gewählt. Die Traben-Trarbacher SPD hat den Wahlkampf bereits eröffnet. Patrice Langer wird für eine zweite Amtszeit als Stadtbürgermeister kandidieren. Die Bestätigung durch die Gremien sei nur Formsache, sagt Gemeindeverbands-
vorsitzender Hajo Weinmann. Der 64 Jahre alte Langer hatte bis zur Kommunalwahl im Jahr 2014 eine besondere politische Vita – nämlich gar keine. Er war nie politisch aktiv gewesen und gehörte keiner Partei an. Der Mitarbeiter des Amtes für Wehrgeophysik beobachtete nur aufmerksam die damaligen kommunalpolitischen Querelen in Traben-Trarbach.

Im Gespräch mit seinem Arbeitskollegen Gerd Huesgen, damals wie heute Fraktionssprecher der SPD im Stadtrat, erfuhr er, dass die Partei noch keinen Kandidaten für die Nachfolge von Heide Pönnighaus (CDU) hatte. „Dann mache ich es“, sagte er halb im Ernst und halb im Spaß.

Die SPD-Leute erzählten ihm, dass das Bürgermeisteramt auf eine Halbtagsjob hinauslaufe. „Es sind aber bis zu 60 Stunden pro Woche“, sagt Langer. „Wir waren 20 Jahre in der Opposition und wussten nicht mehr über den Zeitaufwand Bescheid“, gesteht Hajo Weinmann. Die Partei habe aber den richtigen Griff getan.

Und Langer ist den Genossen offenbar nicht böse. Da auch seine Familie mitspiele, strebe er eine zweite Amtszeit an. Was reizt ihn an dem Job, der die Ausübung mancher Freizeitaktivitäten verhindert? „Bisher habe ich viel Zeit darauf verwandt, wieder Ruhe in die Stadt zu bekommen“, sagt er. Das sei auch weiter sein Ziel. Wie berichtet gab es damals unter anderem Auseinandersetzungen innerhalb der CDU, die dann auch ihre Mehrheit verlor. Außerdem, so Langer weiter, stünden einige Projekte an, die wichtig für die Stadtentwicklung seien – zum Beispiel der Ausbau vieler Straßen im Stadtteil Trarbach.

2014 bot die CDU Hubertus Kesselheim auf. Er ist seither Fraktionssprecher im Stadtrat. Außerdem trat Helmut Reichert (ÖDP) an. Wird es 2019 einen Gegenkandidaten für Patrice Langer geben? Der Vorstand der CDU werde in dieser Woche beraten, sagt Stadtverbandsvorsitzender Erwin Haussmann. Sein oberstes Ziel sei, dass es in der Kommunalpolitik fair zugehe. Er könne sich auch vorstellen, dass die CDU niemanden aufbiete. Die Entscheidung treffe allerdings der Vorstand.

Die SPD hat bereits weitere Weichen gestellt. Beatrix Kimnach soll eine weitere Legislaturperiode Ortsvorsteherin von Wolf bleiben. Und wie sieht es bei den Nachbarn in Bernkastel-Kues aus? Dort führt Wolfgang Port seit fast 17 Jahren die Geschicke. Macht der 64 Jahre alte Diplom-Ingenieur weiter?

„Von der Sache her ja. Es gibt noch wichtige Projekte“, antwortet er. Die Entscheidung treffe aber der Stadtverband. Auch das dürfte nur Formsache sein. Ein Gegenkandidat ist bisher nicht in Sicht.