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Kein Ort für eine zusätzliche Melkkuh

Auch dieser Teil des Moselparkplatzes ist nun kostenpflichtig. Zumindest im Winter, so der Werbekreis, sollen er und der große Rest des Parkplatzes es auch bleiben. TV-Foto: Clemens Beckmann
Auch dieser Teil des Moselparkplatzes ist nun kostenpflichtig. Zumindest im Winter, so der Werbekreis, sollen er und der große Rest des Parkplatzes es auch bleiben. TV-Foto: Clemens Beckmann
Der Stadtrat Bernkastel-Kues wird sich demnächst noch einmal mit der Frage nach der Ganzjahresbewirtschaftung des Moselparkplatzes befassen. Der Werbekreis hat dazu eine klare Meinung. Von unserem Redakteur Clemens Beckmann Von Clemens Beckmann

Bernkastel-Kues. Der Werbekreis der Stadt Bernkastel-Kues befürwortet es, dass auf dem gesamten Parkplatz am Bernkasteler Moselufer Parkgebühren erhoben werden. Eine Ausdehnung des Bewirtschaftungszeitraums auf die Wintermonate (1. November bis Ostern) lehnt der Werbekreis aber "auf das Strengste" ab. Dies ist das wichtigste Ergebnis der jüngsten Vorstandssitzung. Wie berichtet, hat der Stadtrat bereits Eckpunkte des neuen Konzeptes verabschiedet. Offen ist aber noch, ob auf dem Parkplatz, wie bisher nur von Ostern bis Ende Oktober Gebühren erhoben werden, oder ob diese Pflicht für das ganze Jahr gelten soll. Im Hauptausschuss gab es eine knappe Mehrheit für die Ganzjahresbewirtschaftung. Die Abstimmung im Stadtrat wurde zurückgestellt, weil es noch Gespräche mit dem Werbekreis geben sollte. Der Zeitraum von Ostern bis Ende Oktober reiche aus, heißt es aus dem Werbekreis-Vorstand. Die Bewirtschaftung beispielsweise auf die Zeit des Weihnachtsmarktes auszudehnen, sei kontraproduktiv. Der Weihnachtsmarkt sei eine "Erfolgsstory". Bisher sei in diesem Zusammenhang immer auf kostenfreie Parkplätze hingewiesen worden. "Dass der Weihnachtsmarkt jetzt noch eine Melkkuh für Parkeinnahmen sein soll, wird als schwerwiegender Fehler angesehen und daher nicht befürwortet", heißt es im Protokoll der Vorstandssitzung. Verärgert ist der Werbekreis, dass im Zusammenhang mit dem neuen Konzept Parkuhren und Schilder im Eilverfahren aufgestellt worden sind. "Ordnungsbehörde, Anwohner, Angestellte, Firmen und Busunternehmer hatten keinen Möglichkeit sich darauf vorzubereiten", heißt es. Der Werbekreis begrüßt, dass die erste Stunde kostenfrei bleibt, schlägt aber vor, dass die Kernparkzeit auf den Zeitraum von 9 bis 18 Uhr verkürzt wird. Dann könnten beispielsweise Übernachtungsgäste ab 17 Uhr kostenlos parken und morgens noch in Ruhe frühstücken.Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Schreiben Sie uns. Ihre Zuschrift sollte maximal 30 Zeilen à 30 Anschläge lang sein und bis heute, 14 Uhr, vorliegen. Fax 06531/963034; E-Mail: mosel-echo@volksfreund.deMeinung Ein Winter ohne Verlierer Einigkeit über die Bewirtschaftung des Moselparkplatzes wird es in Bernkastel-Kues nie geben. Zu unterschiedlich sind die Interessen, selbst innerhalb einzelner Wirtschaftszweige. So ist bekannt, dass für manche Gastronomie-Betriebe und Einzelhändler Bustouristen eine wichtige Zielgruppe sind, andere die Busse dagegen am liebsten vom Parkplatz verbannen würden. Deshalb ist nur eine Einigung auf einem relativ kleinen gemeinsamen Nenner möglich. Und die könnte in der Tat so aussehen, dass im Winter weiterhin kostenlos geparkt werden kann. Das würde den Anwohnern und den Leuten, die im Stadtteil Bernkastel ihre Brötchen verdienen das Gefühl geben, dass sie in dieser Hinsicht nicht das ganze Jahr über die Verlierer sind. Und die Kunden kommen sicher auch eher, wenn sie wissen, dass sie für das Parken nichts bezahlen müssen. c.beckmann@volksfreund.de