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Kiesroute: Empfehlung für Weißhaus

FOTO: Michael Keppeln
Neumagen-Dhron. Wie geht es weiter mit der Suche nach Routen für die Kiesabfuhr vom Neumagener Berg? Der Ortsgemeinderat ist wieder und weiter in der Pflicht. Der Landesbetrieb Mobilität empfiehlt die von Bürgermeister Ulf Hangert abgelehnte Weißhausroute. Clemens Beckmann

Neumagen-Dhron. Hätte sich Ulf Hangert vergangenen Donnerstag für eine Route entschieden, wäre der Ärger über den Kiesabbau auf dem Neumagener Berg vielleicht schon verraucht. Die große Mehrheit des Ortsgemeinderates hätte sagen können: Es ist ja die Entscheidung des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues und nicht unsere. Wie berichtet musste Hangert als Beauftragter einspringen, weil bis auf drei Mitglieder der restliche Gemeinderat befangen war.
Doch es ist nicht so gekommen. Hangert hat die zwei übrig gebliebenen Routen (Weißhaus, Dhrontal) kategorisch abgelehnt und wieder die sogenannte Friedhofsvariante ins Spiel gebracht. Die hatte der Gemeinderat aber, wie mehrere andere Routen auch, längst abmoderiert. Weil sie den Ortsteil Papiermühle gleich doppelt betrifft, sagt Ortsbürgermeister Michael Thomas. Nicht nur, dass ein Teil der Laster durch einen Teil des engen Dorfes fahren würde. Die Strecke vom Berg würde auch über einen Weg führen, der als Naherholungsgebiet und Spielfläche für Kinder dient. Davon habe er sich selbst überzeugt.
Wie geht es jetzt weiter? Diese Frage ist in diesem verfahrenen Prozess wahrlich keine Floskel. Denn irgendwann wird die Firma Bandemer anklopfen und fragen, wann sie mit dem Kiesabbau beginnen kann. Das wissen die Ratsmitglieder und das wissen die Bürger - auch aus umliegenden Orten, die ebenfalls betroffen sein könnten. Schließlich datieren die mit der Gemeinde geschlossenen Verträge aus dem Jahre 2002. Gegenüber dem TV macht die Firma allerdings keine Angaben über den Zeitrahmen.
Im Zusammenhang mit Vorgehensweise und Entscheidungen ist auch der Landesbetrieb Mobilität (LBM) genannt worden. Im konkreten Fall habe der LBM eine Empfehlung für die Weißhausroute durch die Wirtschaftswege ausgesprochen, sagt Fachgruppenleiter Klaus Wagner. "Der Einmündungsbereich zur L 156 müsste geringfügig angepasst werden", erläutert er. Außerdem müssten ein Überholverbot und eine Geschwindigkeitsbeschränkung angeordnet werden. Auf die Benutzung von Wirtschaftswegen habe der LBM keinen Einfluss. Vorschreiben könne seine Behörde eine Route auch nicht. Die ebenfalls diskutierte A1-Variante werde nicht befürwortet. Topografie und begrenzte Sichtverhältnisse sprächen dagegen.