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Kinderspielplätze sind der Stadt wichtig und teuer

Bernkastel-Kues lässt sich seine Spielplätze einiges kosten. Foto: istock
Bernkastel-Kues lässt sich seine Spielplätze einiges kosten. Foto: istock
Bernkastel-Kues. Der Stadtrat Bernkastel-Kues hat ein umfassendes Konzept für die Aufwertung und den Neubau von Kinderspielplätzen beschlossen. 180 000 Euro sollen in neue Geräte, Reparaturarbeiten sowie Erweiterungsarbeiten fließen. David Zapp

Bernkastel-Kues. Was gibt es Schöneres als Kinderlachen? Diese rhetorische Frage haben sich wohl die Mitglieder des Stadtrats Bernkastel-Kues zu Herzen genommen, als sie das neue Kinderspielplatz-Konzept beschlossen haben. Zwar sieht der Beschluss vor, zwei Kinderspielplätze aufzugeben. Doch mit dem Verkauf der beiden Grundstücke sollen nicht nur die verbleibenden Spielplätze saniert, neu gestaltet und erweitert werden, sondern zwei ganz neue Themenspielplätze geschaffen werden.
Mit den Sponsorengeldern (10 000 Euro) und dem Erlös aus dem Verkauf der Grundstücke (217 000 Euro) soll das Konzept umgesetzt werden. Kostenpunkt: 183 000 Euro. Bleiben noch rund 34 000 Euro übrig.
Die Beigeordnete Karin Faß (CDU) sagt: "Da ist kein Sanierungsplan, sondern ein ganzheitliches Konzept, das die Spielplätze attraktiver für Familien und Besucher macht." Die SPD-Fraktionsvorsitzende Brigitte Walser-Lieser begrüßte das Konzept, pochte aber darauf, den neuen Spielplatz in Andel bereits im Frühjahr zu bauen, da ansonsten dort kein Spielplatz vorhanden sei. "In jedes Wohnviertel gehört ein Spielplatz. Dieses Konzept ist ein Gruß an die Kinder", sagte Walser-Lieser. Sandra Heckenberger von der FDP mahnte trotz des guten Kinderspielplatz-Konzepts an, auf die Kosten zu achten: "Angesichts der neun Millionen Euro Schulden der Stadt dürfen wir die nachfolgenden Generationen nicht mit einer höheren Neuverschuldung belasten." Gertrud Weydert (Grüne): "Ein Führer für die Spielplätze ist wichtig, um unsere Stadt für junge Familien attraktiv zu machen und sie an die Stadt zu binden."
Das Spielplatzkonzept, das ein fraktionsübergreifender Arbeitskreis erstellt hatte, sieht Folgendes mit den Kinderspielplätzen im Stadtgebiet Bernkastel-Kues vor:
Kues: Der attraktive Spielplatz "Moselufer" wird um einen zentralen Kleinkinderspielplatz erweitert. Auf einer zusätzlichen Fläche von 105 Quadratmetern werden acht neue Geräte und zwei Ruhebänke aufgestellt. Dies wäre nicht nur ein Gewinn für heimische Familien mit Kindern, sondern auch für Touristen, die mit Kindern in der Stadt Urlaub machen. Kosten: 23 500 Euro. Der Platz "Im Altenwald" wird mit Reparaturarbeiten wieder flott gemacht. Kosten: 1500 Euro.
Eulenspielplatz am Moselufer


In der Gartenstraße wird der Spielplatz durch eine Drehscheibe und eine Tischgruppe ergänzt. Auch eine Boule-Bahn soll dorthin kommen. Kosten: 13 000 Euro. Beim Spielplatz "Im Brühl" sollen Reparaturen und Ergänzungen zur vorhandenen Rutsche und Netzschaukel das Angebot aufpeppen. Kosten: 2000 Euro.
Bernkastel: Der Spielplatz "Doktor-Brunnen" soll aufgegeben werden. Mit der Erweiterung des Moselspielplatzes soll für Kinder aus Bernkastel ein Platz in zumutbarer Entfernung geschaffen werden.
Kueser Plateau: Auch der Tummelplatz für Kinder "Finkenweg" auf dem Kueser Plateau soll verschwinden. Das Geld aus dem Verkauf des Grundstücks soll in den Topf für das Spielplatzkonzept fließen. Den alten Spielplatz ersetzt der neu zu errichtende "Waldspielplatz" in der Gemarkung Lieser am Ende des Nachtigallenwegs. Der Ortsbürgermeister von Lieser hat zugestimmt, das Grundstück dafür kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Ausgestattet wird der "Waldspielplatz" mit einer Seilbahn, einem Matschspielplatz mit Wasserpumpe, Balanciergeräten und einer Netzschaukel. Der Standort ist für den Kindergarten im Meisenweg gut erreichbar. Platz für Parkplätze ist zudem vorhanden. Kosten: 36 000 Euro.
Wehlen: Der Spielplatz "Neue Straße" soll neu gestaltet werden. Die Seilbahn und die Ruhebänke werden saniert. Der Sandkasten bekommt eine Abdeckung. Kosten: 4800 Euro.
Zu einem "Eulenspielplatz" mit Eulenburg, Eulenzaun und Eulentor soll der Platz an der Uferallee umgestaltet werden. Von Sponsoren gibt es bereits 10 000 Euro für den Bau. Die Namen der Sponsoren sollen am Zaun befestigt werden. Der Spielplatz bekommt eine Boule-Bahn. Kosten: 38 000 Euro.
Andel: Auf dem städtischen Moselgelände (unterhalb Friseur Bohr) oder im Blumenweg soll auf einer Fläche von 1257 Quadratmetern ein neuer zentraler Spielplatz entstehen, der an das Thema Goldgräber angelehnt ist und deshalb Goldgräberplatz heißen soll. Der Spielplatz wird mit einem Schiffswrack, einem Goldgräbertunnel, einer Goldwäscher-Wasserspielanlage, einer Goldgräberstadt und einem Wasserturm mit Matschspielecke bestückt. Kosten: rund 61 000 Euro.
Hingegen wird der dezentrale Spielplatz "Am Ring" ohne schattenspendende Begrünung und mit rostigen Spielgeräten aufgegeben, das Grundstück zur Finanzierung des neuen Goldgräberplatzes verkauft werden.Extra

Spielplatz-Konzept: Alle Spielplätze sollen eigene Namen (Eulenspielplatz, Goldgräberplatz, Waldspielplatz) erhalten und zudem ausreichend beschildert werden, damit auch nicht Ortskundige wie Touristen die Spielplätze mit ihren Kindern finden. Nach der Fertigstellung der Auf-, Umbau- und Instandsetzungsarbeiten soll eine Broschüre "Spielplätze im Stadtgebiet" mit Bildern und Wegbeschreibung erstellt werden, die von der Tourist-Information und Beherbergungsbetrieben ausgegeben wird. Auch eine Internetpräsenz der Spielplatzübersicht soll es geben. zad