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Kleiner Glasbau für Burg Landshut

Das Bild zeigt eine visualisierte Darstellung der Burg. In der Mitte das gläserne Restaurant mit Dachterrasse. Foto: Architekturbüro Berdi
Das Bild zeigt eine visualisierte Darstellung der Burg. In der Mitte das gläserne Restaurant mit Dachterrasse. Foto: Architekturbüro Berdi
Bernkastel-Kues. Die Stadt Bernkastel-Kues will den Gastronomiebereich der Burgruine Landshut umbauen und sanieren. Im April 2011 legte das Architekturbüro Berdi bereits ein außergewöhnliches Konzept vor. Es sieht einen über dem Moseltal schwebenden Glasanbau vor. Der Stadtrat favorisiert nun aber eine abgespeckte, kostengünstigere Variante. Winfried Simon

Bernkastel-Kues. Seit 1920 gehört die Burgruine Landshut der Stadt. Schätzungsweise 100 000 Besucher pilgern jedes Jahr dorthin. Die meisten zu Fuß oder mit einem kleinen Bus. Der Blick auf das Moseltal dürfte ihnen unvergessen bleiben. Und ein Lokal gibt es auch.
Seit mehreren Jahren laufen Bestrebungen, die Burg attraktiver zu gestalten und ganzjährig zu nutzen.
Im Auftrag der Stadt hat das Architekturbüro Berdi aus Bernkastel-Kues mehrere Pläne entworfen. Im wahrsten Sinne herausragend ist dabei die Idee, einen gläsernen Anbau zu errichten, der mehrere Meter über die Hangkante reichen soll. Gleichzeitig sieht der Plan den Abriss des in den 20er Jahren im Innenhof der Burg im Fachwerkstil erbauten Gebäudes vor. In ihm befinden sich Abstellräume, Küche, Toiletten und Wohnräume für den Pächter des Restaurants. Dieses Konzept wurde im April 2011 vorgestellt und der Denkmalpflege unterbreitet. Die Behörde verlangte allerdings weitere Vorschläge. Die zuständige Denkmalbeauftragte, Maria Wenzel, sagte seinerzeit: "Das historische Erscheinungsbild der Ruine sollte nicht durch einen zu stark kontrastierenden Neubau beeinträchtigt werden, der gerade in der Fernwirkung sehr deutlich hervortreten würde. Wir halten die Idee des hervortretenden Glaskubus für einen Vorschlag, zu dem weitere Alternativen entwickelt werden müssen."
Diese Lösung, die auch einen behindertengerechten Zugang ermöglicht, kostet nach Angaben von Architekt Peter Berdi rund zwei Millionen Euro.
Mit Hochzeitszimmer


Die am Montagabend dem Stadtrat vorgelegte Variante ist mit 1,37 Millionen Euro deutlich preiswerter. Das Betriebsgebäude soll dabei erhalten und umfangreich saniert werden. Im Obergeschoss soll ferner ein Hochzeitszimmer eingerichtet werden, in dem sich Paare vor einer spektakulären Kulisse das Jawort geben können.
Der Flachbau, in dem sich das Restaurant befindet, wird abgerissen und durch einen Glasbau ersetzt, der allerdings nicht über die Hangkante reicht.
Ferner soll der Burgturm einen neuen Zugang bekommen. Bislang müssen die Besucher über mehrere Treppen durch das Betriebsgebäude laufen, um zum Turm zu gelangen. Berdi: "Das ist abenteuerlich."
Daher sieht die jüngste Planung einen neuen Zugang entlang der historischen Burgmauer zum Turm vor.
Dieses Konzept, das von allen Fraktionen des Stadtrates begrüßt wird, muss nun erneut mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden.
Unklar ist noch, ob und mit welchem Aufwand ein "behindertengerechtes Bauen" realisiert werden kann.
Außerdem ist die Finanzierung noch ungewiss. Die Stadt werde, so Stadtbürgermeister Wolfgang Port, ausloten, welche Fördermöglichkeiten bestehen.

Viel Geld soll in die Sanierung der oberhalb der Stadt thronenden Burg Landshut investiert werden. TV-Foto: Archiv/Klaus Kimmling
Viel Geld soll in die Sanierung der oberhalb der Stadt thronenden Burg Landshut investiert werden. TV-Foto: Archiv/Klaus Kimmling