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Knallbunte Blumen erglühen über der Burgruine Landshut

Bernkastel-Kues. Für den alljährlichen Blitz und Donner über der Burgruine Landshut und am Moselufer tragen Helmut Reuter aus Müllenbach/Eifel und seine Mannschaft die Verantwortung.

Bernkastel-Kues. Seit rund 25 Jahren ist der Pyrotechniker beim Weinfest der Mittelmosel der Mann für das effektvolle Licht- und Farbenspiel über dem Moseltal. Mit seinem furiosen Brillantfeuerwerk sorgt er jedes Jahr aufs Neue für Begeisterung beim Publikum.
Wenn über der Burg und dem Moselufer knallbunte Blumen und Figuren das Tal in bengalisches Licht tauchen und Tausende Menschen vor Begeisterung Beifall klatschen, dann hat die Stunde für Helmut Reuter geschlagen. Der weltweit gefragte Pyrotechniker, der kürzlich in Kanada zum dritten Mal seit 2002 Weltmeister in der besonderen Disziplin Musik-Feuerwerk wurde und kürzlich auch bei der offiziellen Feuerwerks-Weltmeisterschaft in Italien den Titel gewann, ist der Mann für farbenfrohe Kracher. Das traditionelle Brillantfeuerwerk ist einer der Höhepunkte des großen Weinfestes der Mittelmosel. Für den Pyrotechniker ist es das größte Feuerwerk an der Mosel. Auch wenn eine solche Veranstaltung für ihn mittlerweile Routine ist, "finde ich es immer wieder faszinierend". Und er ist sich selbst der größte Kritiker, der schaut: Was ist optimal, was könnte verbessert werden.
Die Vorbereitungen beginnen an der Burg und am Bernkasteler Moselufer bereits am Samstagmorgen. Aufgrund der neuen Wegführung rund um die Burg kann der Publikumsbetrieb in diesem Jahr erstmals bis 17 Uhr weiterlaufen. Früher war hier ab 13 Uhr alles geschlossen. Insgesamt eine Tonne Material wird eingesetzt, 4000 Einzelschüsse ergeben fantastische pyrotechnische Effekte wie Smileys, Ringbomben, Chrysanthemen und viele mehr. Beim Aufbau der Installationen ist größte Vorsicht geboten, beim Abschuss werden die Zündsysteme aus einiger Entfernung über Funk gesteuert. Mit zehn Mitarbeitern rückt Reuter an, die die Abschussanlagen vor der Burg sowie am Moselufer auf zwei Pontons anordnen.
In den letzten Jahren habe es in der Feuerwerkskunst große Veränderungen gegeben. "Die Vielfalt ist größer und die Qualität stetig besser geworden", sagt Reuter. Die größten Hersteller sind China und auch Italien. Er reise jedes Jahr nach China zu den Firmen, mit denen er zusammenarbeitet. Bei Probeschießen entscheide er über neue Einkäufe: "Denn die Besucher der Feuerwerke erwarten stets neue Effekte." Feuerwerks kunst und modernste, punktgenaue Technik sind Garanten dafür, dass sich die glanzvollen Lichtspektakel entfalten können. Eines aber bleibt in Bernkastel-Kues Tradition: der güldene Wasserfall von der Burgmauer. mbl

Die Firma Steffes-Ollig in Müllenbach blickt auf über 140 Jahre Familientradition zurück. Urgroßvater Johann Josef Steffes-Ollig gründete einen Schwarzpulverhandel. Sohn Josef erweiterte das Geschäft später in einen Sprengstoffhandel. Diesen baute 1950 Schwiegersohn Helmut Reuter weiter aus und legte den Grundstein für einen weiteren Geschäftszweig - die Pyrotechnik. 1985 ging das Unternehmen mit Helmut Reuter junior in die vierte Generation über. Mit Tochter und Sohn ist bereits die fünfte Generation aktiv. mbl