| 21:00 Uhr

Kulturwoche 2006 im Mittelmosel-Museum

Foto: Auch Trarbach – hier ein Blick aus dem Kautenbachtal – hielt Bodmer in einem seiner künstlerisch hochkarätigen Drucke fest. Leserfoto
Foto: Auch Trarbach – hier ein Blick aus dem Kautenbachtal – hielt Bodmer in einem seiner künstlerisch hochkarätigen Drucke fest. Leserfoto
TRABEN-TRARBACH. (red) Eine Ausstellung mit historischen Moselansichten des Schweizer Malers Carl Bodmer ist der Auftakt für die diesjährige Kulturwoche im Mittelmosel-Museum, ab Sonntag, 17. September, die Bürgern und Gästen der Stadt wieder ein ebenso niveauvolles wie abwechslungsreiches Programm verschiedener Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Musik, Geschichte und Literaur bietet.

Grad 19 Jahre alt war der in Zürich geborene Carl Bodmer, als er im Jahre 1828 nach Koblenz kam, von wo aus er verschiedene Reisen an die Mosel unternahm. Hierbei entstanden zahlreiche Ortsansichten des romantischen Flusstales, wobei 30 Ansichten in Aquatintadruck schließlich zur Illustration eines Moselführers namens "Das Moselthal von Coblenz bis Trier" Verwendung fanden.Meilenstein in der Geschichte des Buchdrucks

Carl Bodmer beeindruckte mit seinen Landschaftsmalereien schließlich auch den Prinzen Maximilian zu Wied, der ihn daraufhin einlud, ihn auf eine Forschungsreise nach Nordamerika in den Jahren 1832 bis 1834 zu begleiten. Beeindruckt von den nordamerikanischen Indianern und deren Lebensweise schuf Bodmer unzählige Skizzen. Die Reisebeschreibung des Prinzen zu Wied, die von Bodmer anhand von 81 Kupferstichen illustriert wurde, gilt nicht zuletzt wegen dieser Illustrationen als ein Meilenstein in der Geschichte des Buchdrucks im 19. Jahrhundert. Seine Indianer-Bilder haben den Schweizer Maler als "Indianer-Bodmer" so bekannt gemacht, dass sein früheres und späteres Werk weitgehend in Vergessenheit geriet. Vor diesem Hintergrund möchte die aktuelle Ausstellung in der Barockvilla Böcking einen relativ unbekannten, aber höchst reizvollen Aspekt von Carl Bodmer's Schaffen vorstellen, in dem sie die für die Moselregion wichtigen Ortsansichten in einer Gesamtschau präsentiert. Mit wenigen Ausnahmen entstammen sämtliche hierbei gezeigten Exponate - unter diesen sogar vier der erhaltenen originalen Druckplatten! - aus der eigenen Sammlung des Mittelmosel-Museums. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung stellt der Rhein-Mosel-Verlag zudem einen Reprint der Moselansichten erstmals der Öffentlichkeit vor Die Ausstellung ist noch bis zum 5. November im Mittelmosel-Museum zu sehen. Die Vernissage findet am kommenden Sonntag, 17. September, um 11 Uhr statt. Eine Einführung in die Ausstellung gibt Irmgard Zimmer, Kulturbeauftragte des Kreises Cochem-Zell sowie Wolfgang Lambertz, Galerist in Cochem. Es musiziert ein Flötenquartett der Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich. Der Eintritt ist an diesem Vormittag frei. Ansonsten gelten die üblichen Öffnungszeiten und Eintrittspreise.