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Mehr Platz rund um das Rathaus

Im Vordergrund das rosafarbene Rathaus in Trarbach, dahinter der Blockbereich, der nun saniert werden kann. TV-Foto: Archiv/Winfried Simon
Im Vordergrund das rosafarbene Rathaus in Trarbach, dahinter der Blockbereich, der nun saniert werden kann. TV-Foto: Archiv/Winfried Simon FOTO: Winfried Simon (sim) ("TV-Upload Simon"
Traben-Trarbach. Der Gebäudeblock im Stadtteil Trarbach wird ab dem 4. Dezember abgerissen. Das Land prüft, ob das Verwaltungsgebäude anschließend erweitert werden kann. Winfried Simon

Traben-Trarbach 20 Mal, 30 Mal, vielleicht noch öfter, hat sich der Stadtrat Traben-Trarbach in den vergangenen 15 Jahren mit dem Sanierungsprojekt Blockbereich in Trarbach befasst. Er befindet sich unmittelbar hinter dem Rathaus der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach und wird umschlossen von der Grabenstraße, Rathausstraße, Mittelstraße und der Straße Am Markt. Es handelt sich um acht leer stehende Häuser, die auf neun Grundstücken stehen. Die Stadt hat die Häuser vor neun Jahren für 700 000 Euro gekauft - damit sie abgerissen werden können. Es entstünde eine Freifläche von rund 700 Quadratmetern mitten im dicht bebauten Stadtteil Trarbach.
Am Montag, 4. Dezember, ist es soweit. Dann rollen die Bagger mit den Abrissbirnen an. Die 366 000 Euro teuren Abbrucharbeiten werden sich bis Ende Februar 2018 hinziehen.
Aber wie soll der freie Platz gestaltet werden? Auch diese Frage beschäftigt den Stadtrat, aber auch den VG-Rat schon viele Jahre. Am Montag, 6. November, befasst sich der Stadtrat erneut mit dem Thema. Die Fraktionen waren vom Haupt- und Finanzausschuss, der am 23. Oktober tagte, aufgefordert worden, Vorschläge zu unterbreiten, damit ein Architektenwettbewerb eingeleitet werden kann. An der Sitzung am 6. November nimmt auch Stadtplaner Roland Kettering vom Büro BBP, Kaiserslautern, teil.
Doch bevor ein solcher Wettbewerb überhaupt gestartet werden kann, ist noch eine entscheidende Frage zu klären. Kann das Rathaus in Richtung des dann freien Blockbereichs erweitert werden. Bereits vor der Fusion mit der VG Kröv-Bausendorf im Jahr 2014 stand dieser Wunsch im Raum, und es ist auch der Wunsch von Bürgermeister Marcus Heintel.
Die Grundsatzentscheidung darüber hatten Stadt- und VG-Rat Traben-Trarbach in einer gemeinsamen Sitzung schon 2006 getroffen - allerdings nicht einstimmig, denn vier Mitglieder der SPD-Fraktion stimmten damals dagegen. Sie sahen keine Notwendigkeit für einen Rathaus-Erweiterungsbau, die Kosten dafür seien zu hoch.
Die VG-Verwaltung Traben-Trarbach ist derzeit in drei Gebäuden in zwei Orten untergebracht. Im Rathaus Trarbach befindet sich der Fachbereich I, Organisation und Finanzen und das Bürgermeisterbüro, im Gebäude Brückenstraße in Trarbach ist der Fachbereich III, Bürgerdienste, und im Rathaus der ehemaligen VG Kröv-Bausendorf in Kröv sitzen die Mitarbeiter der Verbandsgemeindewerke und der Tourist-Information Mittelmosel-Kondelwald. Ferner gibt es dort ein Bürgerbüro.
Das Gebäude in der Brückenstraße würde die VG-Verwaltung aufgeben, vorausgesetzt ein Anbau ans Rathaus wird genehmigt. Zurzeit laufen Gespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier und dem Land. Es geht unter anderem um die Fragen: Welcher Raumbedarf ist nötig? Ist ein solcher Anbau förderfähig? Welche Förderung ist möglich? Kurzum: Ist ein Anbau überhaupt notwendig?
Zur Erinnerung: Das Rathaus der ehemaligen VG-Kröv-Bausendorf wurde im Jahr 2008 für 1,6 Millionen Euro saniert und umgebaut.
VG-Bürgermeister Heintel will, bevor man sich über die Bedingungen des Architektenwettbewerbs einig ist, Klarheit haben. Klarheit darüber, ob der Anbau genehmigt wird oder nicht.
Extra: VERBANDSGEMEINDE TRABEN-TRARBACH


Zur Verbandsgemeinde Traben-Trarbach gehören 15 Ortsgemeinden und die Stadt Traben-Trarbach. Der Verwaltungssitz ist im Stadtteil Trarbach. Rund 18 000 Menschen leben in der Verbandsgemeinde. Die Verbandsgemeinde in ihrer jetzigen Form besteht seit 2014, als im Rahmen der Kommunal- und Verwaltungsreform, die damalige VG Traben-Trarbach mit der VG Kröv-Bausendorf fusionierte.