| 20:42 Uhr

Minheimer Winzer machen gemeinsame Sache

FOTO: (m_mo )
Minheim. Den traditionellen Wein- und Straßenfesten gehen teilweise die Teilnehmer aus. Auch in Minheim gab es diese Probleme. Bei der Diskussion darüber wurde eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Clemens Beckmann

Minheim. Christian Diedrich wählt klare Worte: "Zehn Jahre haben wir nichts gemacht. Alles ist eingeschlafen." Damit meint der Winzer vom Minheimer Weingut Brunnenhof nicht, dass er und seine Kollegen nicht produktiv waren. Man habe aber die Kommunikation untereinander vernachlässigt. Das führte dazu, dass im vergangenen Jahr das Weinlesefest im September auf der Kippe stand.
Bei der entscheidenden Sitzung Anfang Februar 2015 wurde der Erhalt des Festes weitgehend gesichert. Aber es wurde über mehr gesprochen. Christian Diedrich machte beispielweise folgenden Vorschlag. Zwischen April und Oktober soll immer ein Winzer pro Monat seinen Hof öffnen. Die anderen Winzer sollen dann höchstens Gäste sein. Die Veranstaltungen könnten mit einem Flyer beworben werden.
Ein wenig scheint Diedrich selbst überrascht von der Resonanz. Zwölf Betriebe signalisierten ihre Bereitschaft. "Auf sieben hatte ich gehofft", sagt der Winzer. Und was noch viel besser ist: Bereits für das laufende Jahr wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Durch die Zahl der Betriebe und die dazukommenden traditionellen Feste ist es möglich von April bis Oktober an jeweils zwei Wochenenden ein Programm anzubieten, meist sogar über drei Tage (Freitagabend bis Sonntagabend).
Der Grafiker Fabian Graf hat dazu in einer Auflage von 10 000 Stück einen hochwertigen Flyer konzipiert und gestaltet. Mehrere Tausend Euro hat die Winzergruppe, die sich "InWine" nennt, in die Hand genommen.
Die Mischung der Personen beziehungsweise der Charaktere hätten zu diesem schnellen Erfolg geführt.
Diedrich: "Wir haben Antreiber, Planer und Ideengeber."
Dazu gehört auch Karin Simon vom Weingut Kreuz-Bauer. Es gebe eine "sehr positive" Entwicklung, sagt sie und hebt hervor, dass auch viele junge Leute mit dabei sind. Und was denkt Ortsbürgermeister Werner Mertes? "Ich bin begeistert."
Den Flyer gibt es bereits bei verschiedenen Touristinformationen in der Region.Meinung

Erfahrung als Teamspieler
Natürlich ist jeder Winzer erst einmal allein für seinen Erfolg verantwortlich, doch das Gemeinschaftserlebnis sollte nicht unterschätzt werden. Der Austausch und die gemeinsame Arbeit macht alle stärker, nützt dem Ort und hebt das Image der gesamten Region. Sie bleiben Einzelkämpfer, bekommen aber mit der Erfahrung als Mannschaftsspieler ganz neue Sichtweisen. Das wird sich auch beim Wein bemerkbar machen, denn der steht natürlich weiter im Mittelpunkt. c.beckmann@volksfreund.de