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Ministerbesuch mit Folgen

Der Minister im Maarmuseum: Museumsleiter Martin Koziol zeigt ihm im Schnelldurchlauf die Attraktionen seines Hauses.Foto: Marion Maier
Der Minister im Maarmuseum: Museumsleiter Martin Koziol zeigt ihm im Schnelldurchlauf die Attraktionen seines Hauses.Foto: Marion Maier
BERNKASTEL-KUES. Minister Hans-Artur Bauckhage traf bei seiner Tour durchs Land auf Demonstranten, die auf potentielle Gefahren der geplanten Nachtflüge vom Flughafen Hahn aufmerksam machten. Die Demonstranten bekamen einen Gesprächstermin - und eine Anzeige. ARRAY(0x14fbc230)

Bei strahlendem Sonnenschein machte Tourismusminister Hans-Artur Bauckhage eine Schifffahrt auf der Mosel von Traben-Trarbach nach Bernkastel-Kues. "Ich bin fasziniert von der Mosel als Weinkulturlandschaft", sagt er im Gespräch mit dem TV , "und glaube dass die Region die richtigen Produkte am Markt hat." Dies zeigten die Übernachtungszahlen, die im ersten Quartal 2004 im zweistelligen Bereich zugenommen hätten. Die Mosel sei gut aufgestellt. Dies liege auch daran, dass sich die Menschen mit der Region identifizierten und viele ehrenamtlich tätig seien. Bauckhage reist in dieser Woche durchs ganze Land. Sein Ziel: "Ich will auf unsere touristische Vielfalt aufmerksam machen und für Reiseziele in Rheinland-Pfalz werben - auch bei den Rheinland-Pfälzern." Den Moselausflug des Ministers nutzten neun Demonstranten der Bürgerinitiative gegen den Nachtflughafen Hahn (BI), um auf die potentiellen Störungen durch die geplanten Nachtfrachtflüge aufmerksam zu machen. Sie waren auf jeder Brücke und an allen Anlegestellen mit Banner und Plakaten präsent und taten ihren Unmut kund. Auch am Hunsrückhaus hatten BI-Mitglieder den Minister empfangen."Die schweigende Mehrheit hat nicht demonstriert"

"Wir wollen Ihren Urlaub nicht schmälern", meinte Heide Weidemann in Bernkastel-Kues und bat den Minister, zwar nicht als Bauherr aber doch als Minister seinen Einfluss geltend zu machen, um der Region diese Nachtflüge zu ersparen. "Ich respektiere die Meinung der Demonstranten, aber die schweigende Mehrheit hat nicht demonstriert", meinte Bauckhage zum TV und wertet dies als gute Quote für den Hahn, wo 2300 Arbeitsplätze wegen des Flughafens existierten. Laut Christiane Schenk, Sprecherin der BI, handelt es sich lediglich um 1280 Arbeitsstellen, die der Hahn im Planfeststellungsverfahren durch die Startbahnverlängerung verspricht. Im Gegenzug sei der gesamte Tourismus an der Mittelmosel in Gefahr, weil durch die geplanten Nachtfrachtflüge mit etwa 82 Dezibel der Schlaf massiv gefährdet sei. Auch müsse man die Arbeitsstellen, die an der Mittelmosel verloren gingen, berücksichtigen, fährt sie fort und bringt die mehr als 600 Stellen ins Gespräch, die allein die Kurkliniken auf dem Kueser Plateau haben. Derzeit ist eine Erweiterung des Flughafens Hahn geplant. "Wir sind im Verfahren", meinte Bauckhage. "Die Nachtflüge werden gebraucht, aber Sie haben die Gelegenheit, alle Möglichkeiten im Klageverfahren auszuschöpfen", empfahl er der BI. Einen Teilerfolg konnten die Mitglieder der BI verbuchen: Minister Bauckhage versprach, dass die BI mit seinem Büro einen Gesprächstermin ausmachen können. Mittlerweile steht der Termin für den 24. August fest. Da an der Versammlung mehr als fünf Personen teilgenommen hätten und die Demonstration nicht angemeldet worden sei, hätten die Demonstranten einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz begangen. Polizeihauptkommissar Helmut Kaspar kündigte an, dies zur Anzeige zu bringen. "Die äußeren Zeichen lassen erkennen, dass die Versammlung von langer Hand vorbereitet war", erläuterte er. "Ich sehe es zwar nicht als gravierend an, aber alles muss sein Recht haben."